Neues Abkommen zum Scannen von Büchern: 

netzeitung.deGoogle einigt sich mit US-Verlegern

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Umstrittene Bücherjagd bei Google Books (Foto: Screenshot: nz<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Umstrittene Bücherjagd bei Google Books
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Deutschland bleibt außen vor: Das höchst umstrittene «Google Book Settlement» hat eine bemerkenswerte Modifizierung erfahren. Die abgemilderte Lizenz zum Bücherscannen muss Google aber noch von einem Richter genehmigt bekommen.

Google und die US-Verleger haben eine abgemilderte Version der umstrittenen Vereinbarung für die Bereitstellung von digitalisierten Büchern im Internet vorgelegt. Nach monatelangen Verhandlungen verständigten sich beide Seiten darauf, den Geltungsbereich der Vereinbarung auf Bücher zu beschränken, die urheberrechtlich in den USA, Kanada, Großbritannien oder Australien registriert sind. Außerdem soll Google-Konkurrenten wie Amazon oder Microsoft der Zugang zu eingescannten Büchern erleichtert werden. Über den Vorschlag muss nun ein New Yorker Richter entscheiden.

Google will mehrere Millionen Bücher aus Universitäten und Büchereien einscannen und ins Netz stellen. Im ersten Abkommen zu «Google Books» hatte sich der Suchmaschinen-Gigant verpflichtet, 125 Millionen Dollar für diese Online-Buchauswertung zu zahlen. An dem finanziellen Rahmen soll sich auch in der neuen Version nichts ändern.
Merkel verlangt urheberrechtlichen Schutz
Mit der neuen Vereinbarung reagieren Google, die amerikanischen Autoren und die US-Verleger auf scharfe Kritik aus Europa an der ersten Buch-Vereinbarung. So hatte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gegen den Bücher-Deal ausgesprochen: «Für die Bundesregierung ist klar: Das Urheberrecht muss auch im Internet seinen Platz finden. Deshalb lehnen wir es ab, dass ohne jeden urheberrechtlichen Schutz die Bücher einfach eingescannt werden, wie dies von Google gemacht wird», sagte sie vor fünf Wochen in ihrem Video-Podcast.

Auch in der europäischen Buchbranche war das «Google Book Settlement» zum Teil scharf attackiert worden. Der Deal war jedoch selbst im US-Justizministerium auf Einwände gestoßen. Besonders umstritten ist der Umgang mit «verwaisten Büchern», also Titeln, die vergriffen sind, aber dennoch dem Urheberschutz unterliegen, ohne dass ein Kontakt zum Autor hergestellt werden kann.

Sechs Millionen Titel sind eingescannt
«Wir sind enttäuscht, dass wir nicht den Zugang auf möglichst viele Bücher aus möglichst vielen Ländern ermöglichen können», schrieb Dan Clancy, der bei Google für das Projekt verantwortlich ist, in einem Blog-Eintrag. Google wolle aber mit den Rechte-Inhabern aus aller Welt zusammenarbeiten, um der Vision von einem besseren Zugriff auf alle Bücher der Welt näher zu kommen. Bislang hat Google etwa sechs Millionen vergriffene Bücher eingescannt und teilweise online zugänglich gemacht. (nz/dpa)