«Krieg ohne Gewinner»: 

netzeitung.deOpel-Betriebsrat warnt vor «Blutbad»

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Demonstration gegen GM (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Demonstration gegen GM
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Wortwahl ist drastisch: Die europäischen Betriebsräte von General Motors haben dem Konzern eine harte Auseinandersetzung angekündigt. Der US-Autohersteller will nun einen Deutschen als neuen Europachef installieren.

Der Betriebsrat von General Motors Europe hat den Konzern vor tiefen Einschnitten und einem «Krieg» bei Opel gewarnt. Es müsse verhindert werden, dass GM ganz tiefe Einschnitte vornehme und ein «europäisches Blutbad mit Hilfe von Steuergeldern» organisiere, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Betriebsrats von GM Europe, Rudi Kennis, am Samstag im Deutschlandfunk.

Die Regierungen der Länder mit Opel-Standorten dürften sich nicht auf einen Bieterwettstreit um Werke und Arbeitsplätze einlassen, betonte der Gesamtbetriebsratschef von GM in Antwerpen: «Das wäre nicht clever. Dann kommen wir in ein Spiel, bei dem GM sich schön zurücklehnt und uns gegeneinander ausspielt, und am Ende des Tages wird es keinen Gewinner geben», sagte Kennis.
Henderson reist nach Deutschland
Nötig seien eine neue Unternehmenskultur und mehr Freiheit für Opel. Die Frage sei: «Machen wir hier einen Krieg in Europa, bei dem es keinen Gewinner gibt - das wird nicht GM sein und auch nicht die Marke Opel - oder können wir irgendwo zueinander finden?» Ziel müsse ein freieres Opel innerhalb von GM sein: «Das muss es geben. Sonst kommen wir in einen Krieg, in dem es keinen Gewinner gibt.»

Der Präsident von General Motors, Fritz Henderson, wird in der kommenden Woche nach Deutschland kommen, um über die Zukunft der Tochter Opel zu reden. Dies sagte Opel- Betriebsratschef Klaus Franz am Samstag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Es müsse ausgelotet werden, ob es eine Basis für konstruktive Gespräche zwischen dem Betriebsrat und dem US-Konzern gebe.

Gerettet wird, wer am lautesten schreit
Nach dem geplatzten Opel-Verkauf an den Automobilzulieferer Magna stehen mögliche Staatshilfen für General Motors im Fokus. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch empfahl GM, keine deutschen Hilfen für die Opel-Sanierung in Anspruch zu nehmen. «Es passt einfach nicht zusammen, erst alles selber machen zu wollen und dann dem Steuerzahler in Deutschland und Europa die Rechnung zu stellen», sagte der CDU-Politiker dem Magazin «Focus». Eine GM-Bitte um finanzielle Hilfen würde eine schnelle Rettung erschweren.

Entschieden gegen Hilfen für GM wandte sich der Chef des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn: «Das Geld, das für Opel ausgegeben wird, fehlt an anderer Stelle des Konjunkturprogramms», sagte er der «Bild»-Zeitung. Die Devise könne nicht sein, «dass derjenige, der politisch am besten vernetzt ist und am lautesten schreit, gerettet wird».

General Motors will als neuen Chef für sein Europageschäft möglichst einen Deutschen gewinnen. Entsprechende Informationen des «Wall Street Journals» wurden aus Konzernkreisen bestätigt. Am Freitagabend hatte General Motors mitgeteilt, dass Europa-Chef Carl-Peter Forster sein Amt abgeben werde. Zugleich erklärte das Unternehmen, es werde jetzt außerhalb von Opel oder General Motors nach einem Nachfolger gesucht. (dpa/AP/nz)