«Zug der Erinnerung»:
Juden zahlten Fahrt ins KZ selbst
06.11.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Die Summe von 445 Millionen Euro werde den Opfern geschuldet. Minow forderte daher die Bundesregierung auf, diese Summe an die Erben der Ermordeten sowie die noch lebenden Überlebenden des Holocaust zurückzuzahlen. Die Fahrtkosten in die Konzentrationslager seien «eine Dimension eines Großverbrechens, die noch nicht abgegolten ist».
Die Deportationsopfer hätten bei der Ankunft in den «Sammellagern», die auf die eigentliche Verschleppung vorbereiteten, lediglich einen Betrag von 50 Reichsmark behalten, hieß es. Dieses Geld sei ihnen von der Gestapo abgenommen und dem Referat «Juden und Judenangelegenheiten» des Reichssicherheitshauptamtes überwiesen worden. Auf diese Weise hätten die Deportierten ihre Verschleppung selbst bezahlt.
Seit über zwei Jahren ist der «Zug der Erinnerung» in Deutschland und Nachbarländern mit einer Ausstellung über die Deportation von Minderjährigen in der NS-Zeit unterwegs. Die Deutsche Reichsbahn hatte den Angaben des Vereins zufolge während de Nationalsozialismus etwa 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche aus ganz Europa in die NS-Vernichtungslager transportiert. (epd)

