Opelaner bereiten sich auf Proteste vor: 

netzeitung.deGM will 10.000 Stellen in Europa streichen

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Was wird aus dem Opel-Werk in Bochum? (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Was wird aus dem Opel-Werk in Bochum?
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GM will bei seinen europäischen Töchtern nach eigenem Bekunden auch nicht mehr Stellen abbauen, als Magna es geplant hatte. Die deutsche Opel-Belegschaft fürchtet aber, dass es sie stärker trifft: Ab 11 Uhr sind Proteste geplant.

Der US-Autokonzern General Motors (GM) hält sich bei seinen Plänen für die Zukunft von Opel und die der anderen europäischen Töchter noch recht bedeckt. Vize-Präsident John Smith sagte am Dienstagabend lediglich, GM wolle rund 10.000 der insgesamt gut 50.000 Arbeitsplätze bei Opel in Europa streichen. Das wären in etwa genauso viele, wie Magna abbauen wollte.

In Deutschland sollten nach Plänen des österreichisch-kanadischen Autozulieferers dabei mehr als 4000 Jobs wegfallen. Entgegen der früheren GM-Planung, das Werk in Bochum zu schließen, könne es möglicherweise eine attraktive Lösung geben, sagte Smith. Das sei aber noch nicht entschieden.

GM will den Restrukturierungsplan, der auf einem früheren Konzept basiert, möglichst bald ausarbeiten und dann den europäischen Regierungen vorlegen. Der GM-Verwaltungsrat hatte am Dienstag entschieden, Opel doch nicht an das Konsortium von Magna und der russischen Sberbank zu verkaufen, sondern zu behalten und selbst zu sanieren.

Protest gegen Einschnitte
In Deutschland arbeiten mehr als 25.000 Menschen für Opel. Die hiesigen Beschäftigten fürchten noch größere Einschnitte als unter Magna geplant. Sie wollen am heutigen Donnerstag die Muskeln spielen lassen: An allen vier Standorten in Deutschland sind Protestaktionen geplant. Tausende Beschäftigte wollen gegen befürchtete Werkschließungen und massive Stellenstreichungen durch GM demonstrieren.

Der Betriebsrat ging bereits auf Konfrontationskurs zum Mutterkonzern. Es werde keinen Beitrag der Beschäftigten zur Sanierung von Opel geben, sagte der Gesamtbetriebsrats-Vorsitzende Klaus Franz. Zudem verlangt der Betriebsrat die sofortige Auszahlung von gestundeten Tariferhöhungen. General Motors drohte dagegen offen mit einer Insolvenz der europäischen Tochter, falls keine Einigung über die Sparmaßnahmen erreicht werde.

Verheugen warnt vor Bieterwettbewerb
Der Autoexperte Stefan Bratzel warnte die Opel-Belegschaft, den Bogen mit den Protesten nicht zu überspannen. Die Betriebsräte müssen aufpassen, «dass sie das Tischtuch mit GM nicht vollständig zerschneiden», sagte er der Tageszeitung «Die Welt». Das Verhältnis zwischen der US-Konzernmutter und den Belegschaftsvertretern ist ohnehin schwierig. Unter anderem Opel-Betriebsratschef Franz hatte sich in den vergangenen Monaten eindeutig auf Magna als Investor festgelegt. Nach der GM-Entscheidung, die europäische Tochter doch nicht zu verkaufen, sprach er von «einem schwarzen Tag für Opel».

Hingegen wurde der Beschluss in anderen europäischen Ländern mit Opel-Standorten wie Polen oder Großbritannien positiv aufgenommen. Dort war wegen der Staatshilfen aus Berlin befürchtet worden, Magna könne die lokalen Standorte gegenüber den deutschen benachteiligen.

EU-Industriekommissar Günter Verheugen rief die Europäer zu einem gemeinsamen Vorgehen auf. Es komme jetzt darauf an, einen Bieterwettbewerb unter den EU-Staaten mit Opel-Standorten zu vermeiden, sagte er dem «Hamburger Abendblatt». «Wenn jeder für sich mit Detroit verhandelt, werden sich die Amerikaner die besten Angebote aussuchen können.» Ob das die wirtschaftlich Tragfähigsten wären, stünde in den Sternen. (nz/dpa)