Brüderle zum Scheitern des Opel-Verkaufs:
«GM verhält sich völlig inakzeptabel»
04.11.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Der US-Autobauer GM hatte den geplanten Verkauf an den kanadisch-österreichischen Zulieferer Magna am Dienstag überraschend abgeblasen. Er will sich nun doch nicht von seiner deutschen Tochter Opel trennen und das Europa-Geschäft selbst sanieren.
Derweil riefen in Reaktion auf den geplatzten Opel-Verkauf die deutschen Betriebsräte und Gewerkschaften die 25.000 Opelaner von diesem Donnerstag an zu Warnstreiks an allen vier Standorten auf. «Die Veranstaltungen beginnen in Deutschland und werden sich auf ganz Europa ausdehnen», sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz am Mittwoch. Der Protest richte sich gegen die befürchteten Werksschließungen und Stellenstreichungen.
Die Mitarbeiter würden am Donnerstag vor den Werkstoren am Stammwerk in Rüsselsheim, in Bochum, Eisenach und Kaiserslautern gegen den Verbleib beim Mutterkonzern General Motors protestieren. Die Arbeitsniederlegungen seien eine Reaktion auf die «völlig unverständliche Entscheidung» von GM, Opel zu behalten. Franz sprach von «einem schwarzen Tag für Opel».
Die spanischen Opel-Beschäftigten hatten sich in monatelangen Verhandlungen mit dem österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna auf einen Sanierungsplan verständigt. Danach sollten 900 der derzeit 7500 Arbeitsplätze im spanischen Opel-Werk abgebaut werden. «Wir wurden von der neuen Wende völlig überrascht», sagte Bona.
Er erwarte, dass die Bundesregierung unverzüglich Kontakt mit GM aufnehme. Die Entscheidung des US-Konzerns scheine maßgeblich von amerikanischen Regierungsvertretern beeinflusst worden zu sein. Die vier Bundesländer mit Opel-Standorten würden nun gemeinsam die Interessen der Opel-Beschäftigten vertreten. Der Autobauer hat auch in Kaiserslautern ein Werk. (dpa/AP/nz)

