Brüderle zum Scheitern des Opel-Verkaufs: 

netzeitung.de«GM verhält sich völlig inakzeptabel»

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Brüderle zeigte sich empört über die GM-Entscheidung (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Brüderle zeigte sich empört über die GM-Entscheidung
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Die Bundesregierung hatte sich mit viel Energie und Geld dafür eingesetzt, dass Opel an Magna verkauft wird. Nachdem der Deal geplatzt ist, zeigt sich vor allem der neue Wirtschaftsminister Brüderle empört.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hat mit scharfer Kritik auf die überraschende Absage von General Motors (GM) an den Opel-Verkauf reagiert. «Das Verhalten von General Motors ist völlig inakzeptabel» sowohl den Arbeitnehmern als auch Deutschland gegenüber, sagte Brüderle am Mittwoch vor einer Kabinettssitzung in Berlin. «Die Entwicklung hat allein General Motors zu verantworten.»

Brüderle betonte, die Arbeitnehmer hätten noch kurz vor der Entscheidung ein Signal für einen Lohnverzicht gegeben. Ein solcher Umgang mit Arbeitnehmern wenige Wochen vor Weihnachten sei «in keiner Weise hinnehmbar».

Der US-Autobauer GM hatte den geplanten Verkauf an den kanadisch-österreichischen Zulieferer Magna am Dienstag überraschend abgeblasen. Er will sich nun doch nicht von seiner deutschen Tochter Opel trennen und das Europa-Geschäft selbst sanieren.

Milliardenkredit soll zurückgezahlt werden
In einer ersten Reaktion auf den geplatzten Verkauf hatte die Bundesregierung gefordert, dass General Motors einen staatlichen Kredit über 1,5 Milliarden Euro zurückzahlt. «Spiegel online» berichtete, dass GM-Chef Fritz Henderson inzwischen zugesichert habe, dass das Geld zurückgezahlt werde.

Derweil riefen in Reaktion auf den geplatzten Opel-Verkauf die deutschen Betriebsräte und Gewerkschaften die 25.000 Opelaner von diesem Donnerstag an zu Warnstreiks an allen vier Standorten auf. «Die Veranstaltungen beginnen in Deutschland und werden sich auf ganz Europa ausdehnen», sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz am Mittwoch. Der Protest richte sich gegen die befürchteten Werksschließungen und Stellenstreichungen.

Die Mitarbeiter würden am Donnerstag vor den Werkstoren am Stammwerk in Rüsselsheim, in Bochum, Eisenach und Kaiserslautern gegen den Verbleib beim Mutterkonzern General Motors protestieren. Die Arbeitsniederlegungen seien eine Reaktion auf die «völlig unverständliche Entscheidung» von GM, Opel zu behalten. Franz sprach von «einem schwarzen Tag für Opel».

Enttäuschung auch in Spanien
Enttäuscht zeigten sich auch die spanischen Opel-Arbeiter. «Wir haben genug von der ständigen Ungewissheit über die Zukunft des spanischen Opel-Werks», sagte das Betriebsratsmitglied Pedro Bona in der Nacht zum Mittwoch. Er forderte GM auf, möglichst rasch die Pläne für das Opel- Werk in Figueruelas bei Saragossa vorzulegen.

Die spanischen Opel-Beschäftigten hatten sich in monatelangen Verhandlungen mit dem österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna auf einen Sanierungsplan verständigt. Danach sollten 900 der derzeit 7500 Arbeitsplätze im spanischen Opel-Werk abgebaut werden. «Wir wurden von der neuen Wende völlig überrascht», sagte Bona.

Kritik aus Rheinland-Pfalz
Kritik kam auch vom rheinland-pfälzischen Ministerpräsident Kurt Beck. «Die Entscheidung ist eine Zumutung für die Beschäftigten von Opel, die unvorstellbaren Belastungen ausgesetzt sind», sagte der SPD-Politiker in Mainz. GM habe kein eigenes Konzept.

Er erwarte, dass die Bundesregierung unverzüglich Kontakt mit GM aufnehme. Die Entscheidung des US-Konzerns scheine maßgeblich von amerikanischen Regierungsvertretern beeinflusst worden zu sein. Die vier Bundesländer mit Opel-Standorten würden nun gemeinsam die Interessen der Opel-Beschäftigten vertreten. Der Autobauer hat auch in Kaiserslautern ein Werk. (dpa/AP/nz)