Zahlen zum dritten Quartal: 

netzeitung.deKindle beschert Amazon kräftige Gewinne

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E-Book Kindle von Amazon (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe E-Book Kindle von Amazon
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Online-Händler Amazon hat alle Erwartungen mit einem Gewinnsprung von 62 Prozent übertroffen. Trotz Rezession konnte auch der Umsatz gesteigert werden, meistverkaufter Artikel ist das E-Book Kindle.

Quelle am Ende, Ebay in der Krise, Amazon im Höhenflug. Der weltgrößte Online-Versandhändler Amazon.com hat mitten in der Wirtschaftskrise ein weiteres Mal Gewinn und Umsatz kräftig gesteigert. Ein Grund: Amazons Lesegerät für elektronische Bücher «Kindle» war zuletzt der bestverkaufte Artikel des US- Konzerns.

Mit einem Gewinnsprung von 62 Prozent hat der Online-Händler alle Erwartungen übertroffen. Trotz der Rezession erzielte das Unternehmen im dritten Quartal einen Gewinn von 199 Millionen Dollar (132,7 Millionen Euro) oder 45 Cent pro Aktie. Analysten hatten mit 30 Cent gerechnet. Im laufenden Quartal rechnet Amazon mit weiterem Wachstum.

Am besten verkaufte sich das Kindle-Lesegerät für elektronische Bücher. Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 28 Prozent auf 5,45 Milliarden Dollar (3,69 Milliarden Euro), das Nordamerika-Geschäft legte um 23 Prozent zu, international waren es 33 Prozent mehr.

Während die übrige US-Wirtschaft gegen die Rezession ankämpft, waren bei Amazon durch die Bank alle Produkte gefragt, von Büchern bis zum Kinderwagen. Der Umsatz mit Büchern, CDs und DVDs stieg um 17 Prozent auf 2,93 Milliarden Dollar (1,95 Milliarden Euro), bei Elektronikartikeln und anderen Waren waren es sogar 44 Prozent mehr auf 2,36 Milliarden Dollar (1,57 Milliarden Euro). Im laufenden Quartal rechnet Amazon mit einem Umsatzanstieg auf 9,13 Milliarden Dollar (6,09 Milliarden Euro).

Deutschland wichtiges Land für Amazon
Knapp die Hälfte seiner gesamten Einnahmen erzielte Amazon zuletzt außerhalb des US-Heimatmarkts. Bereinigt um Währungseffekte wächst das Geschäft weltweit deutlich schneller als in den Vereinigten Staaten. Deutschland zählt dabei zu den wichtigsten Ländern.

Am besten verkaufte sich den Angaben zufolge das Kindle-Lesegerät, das seit seinem Start im Jahr 2007 den E-Book-Markt der USA dominiert. Genauere Angaben zum Umsatz mit dem Kindle wollte Amazon aber nicht machen. Der Markt für E-Books ist zwar noch klein, wächst aber rasch.

Amazon-Chef Jeff Bezos zeigte sich vom Erfolg des «Kindle» begeistert»: «Wir stehen voll unter Strom», sagte er. Bezos will den «Kindle» bei digitalen Büchern zu einer ähnlichen Erfolgsgeschichte machen wie es Apples iPhone bei Handys ist. Auch über Microsofts eben gestartetes neues Betriebssystem Windows 7 können die auf dem «Kindle» gespeicherten Bücher und Zeitungen nun genutzt werden.

Neue Kindle-Software angekündigt
Amazon sieht sich dabei einer zunehmend scharfen Konkurrenz gegenüber. So will unter anderem auch der Elektronikkonzern Sony demnächst ein Gerät auf den Markt bringen, mit dem sich wie mit dem Kindle über Mobilfunk Bücher herunterladen lassen. Auch das Berliner Start-up-Unternehmens txtr hat auf der Frankfurter Buchmesse ein eigenes Lesegerät vorgestellt. Diese Woche präsentierte zudem die größte amerikanische Buchhandelskette Barnes & Noble einen eigenen E-Book-Reader.

Amazon kündigte nun für November eine Software an, mit der sich für den Kindle geeignete E-Books auch mit normalen Computern kaufen und lesen lassen. Apple bietet eine ähnliche Software bereits als Zusatzfunktion für iPhone und iPod an. Zudem senkte Amazon den Preis für die international erhältlichen Kindle-Lesegeräte um 20 auf 259 Dollar (rund 173 Euro). Zudem sollen ausnahmslos alle Geräte nun drahtlos funktionieren. (AP/dpa)