Ermittlungen konzentrieren sich auf Manager: 

netzeitung.deStaatsanwälte nehmen HSH-Chef ins Visier

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Dirk Jens Nonnenmacher (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

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Insgesamt sechs heutige und frühere Vorstände der HSH Nordbank - darunter der umstrittenene Vorstandschef Nonnenmacher - hat die Staatsanwaltschaft im Blick. Sie ermittelt wegen Untreueverdachts im Zusammenhang mit riskanten Geschäften.

Nach monatelangen Ermittlungen wegen Verdachts der Untreue in der HSH Nordbank konzentriert sich die Hamburger Staatsanwaltschaft jetzt auf heutige und frühere Vorstände. Es handele sich um vier derzeitige und zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands, sagte Behördensprecher Bernd Mauruschat am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Darunter ist auch der umstrittene Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen laut Mauruschat die riskanten «Omega»-Geschäfte der in schwere Schieflage geratenen Landesbank. Die Deals führten 2008 zu einer Abschreibung über 500 Millionen Euro. 2007 hatte der Vorstand zwei riskante Geschäfte der Londoner Niederlassung unter dem Codenamen «Omega» genehmigt.

Am Mittwoch hatte die Staatsanwaltschaft den früheren stellvertretenden Leiter der Londoner Filiale, Luis Marti-Sanchez, mehrere Stunden als Zeuge vernommen. Nach seiner Aussage seien die umstrittenen «Omega»-Geschäfte in den Fokus der Ermittlungen geraten, sagte Mauruschat.

Noch in der Prüfphase
Die Namen der fünf anderen Vorstände wollte Mauruschat am Freitag nicht nennen. «Es muss ihnen erstmal mitgeteilt werden.» Im Vorstand der angeschlagenen HSH Nordbank sitzen derzeit vier Mitglieder: Nonnenmacher, sein Stellvertreter Peter Rieck, Jochen Friedrich und Bernhard Visker. Vor Nonnenmacher stand der frühere Vorstandschef Hans Berger an der Spitze der Landesbank für Hamburg und Schleswig-Holstein. An den Vorgängen in London soll zudem Ex-Vorstand Eckehard Dettinger-Klemm beteiligt sein.

Die Ermittlungsbehörde sei nach wie vor in der «Einarbeitungs- und Prüfphase», betonte Mauruschat. So müssten etwa weitere umfassende Gutachten geprüft werden. Ob und wann Anklage erhoben wird, sei daher völlig unklar.

Zweites Verfahren wegen Überweisung an Goldman
Die HSH Nordbank erklärte zu den Ermittlungen gegen ihren Vorstand, sie könne ein laufendes Verfahren inhaltlich nicht kommentieren. «Die Bank wird die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen natürlich rückhaltlos unterstützen», sagte eine Sprecherin der Bank. «Allen Beteiligten ist mit zügiger Klarheit am besten gedient.»

Wegen der neuen Vorwürfe hat der Parlamentarische Untersuchungsausschuss des Landtags in Kiel eine Sondersitzung für den 26. Oktober angesetzt. Die HSH Nordbank gehört in erster Linie den Ländern Schleswig-Holstein und Hamburg.

Bei der Hamburger Staatsanwaltschaft läuft zudem ein zweites Ermittlungsverfahren gegen drei Manager der Landesbank – gegen Nonnenmacher, Rieck und Berger. Hintergrund für dieses Verfahren: Die HSH Nordbank hatte 45 Millionen Dollar an die US-Investmentbank Goldman Sachs gezahlt, obwohl die Verpflichtung dazu strittig war. Es ging um Kreditausfälle der zahlungsunfähigen Bank Lehman Brothers, gegen die sich Goldman Sachs bei der HSH Nordbank abgesichert hatte. Beide Ermittlungsverfahren gehen auf Strafanzeigen des Hamburger Rechtsanwalts Gerhard Strate zurück. (dpa/nz)