Bündnis gegen den Marktführer:
Micro-Hoo setzt auf «Bing» gegen Google
29.07.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Das am Mittwoch bekanntgegebene Abkommen sieht vor, dass die Web-Portale von Yahoo die bisherige eigene Suchtechnik aufgeben und Bing übernehmen. Damit erhöht sich die Reichweite der Microsoft-Technik schlagartig um alle Nutzer von Yahoo. Und Microsoft ist überzeugt, dass Bing genauso gut, wenn nicht besser ist als die Suche mit Google. «Microsoft und Yahoo wissen, dass die Internet-Suche noch so viel mehr sein kann», erklärte Microsoft-Vorstandschef Steve Ballmer. «Diese Vereinbarung gibt uns die Größe und die Mittel, um die Zukunft der Internet-Suche anzugehen.»
«Diese Kooperation resultiert nicht aus einer Position der Stärke heraus», meinte Grobholz. Das Abkommen sei Ergebnis der Einsicht, «dass es kaum eine Chance gibt, durch organisches Wachstum und eigene Innovationen dem Marktführer näherzukommen.» Der Geschäftsführer des Internet-Startups StepMap, Ole Brandenburg, sieht die Partnerschaft ähnlich. «Yahoo schwächelt generell, und Microsoft hat im Bereich Search noch nie ein Bein auf den Boden bekommen.»
Eine wesentliche Änderung bei der Nutzung der Suchmaschinen sei kaum zu erwarten. «Ich wüsste nicht, warum die Leute jetzt eine andere Suchmaschine wählen sollten», erklärte der Internet-Unternehmer. «Bing ist nicht schlecht, aber ich kann keinen nennenswerten Vorteil erkennen.» Mit seinem früheren Projekt PageFlakes hat Brandenburg auch einmal versucht, in einem Teilbereich in Konkurrenz zu Google zu treten und weiß: «Es ist nicht unbedingt schlau, Google in deren Kerngeschäft anzugreifen.»
Die jetzige Yahoo-Chefin Carol Bartz hat das Abkommen mit Microsoft nach sechs Monaten unter Dach und Fach gebracht. Schon kurz nach der Übernahme des Managements machte sie klar, dass sie für «Bootsladungen von Geld» auf die Suchmaschine von Yahoo verzichten werde solange das Unternehmen weiter Informationen über die Interessen der Nutzer erhalte.
Am Mittwoch benutzte sie noch einmal den Begriff der «boatloads»: «Dieses Abkommen bringt Bootsladungen von Werten für Yahoo, unsere Nutzer und die Branche, und ich bin überzeugt, dass es eine neue Ära der Internet-Innovation begründet.» Innovationen sind der zentrale Faktor im Internet-Geschäft. Bisher hat da Google eindeutig die Nase vorn, wie Brandenburg feststellt: «Google hat das Internet besser verstanden und auch die Monetarisierung besser im Griff.» (Peter Zschunke, AP)

