27.07.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Auch die Lufthansa twittert
Foto: Screenshot nz
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Kürzlich kamen interne Zahlen ans Licht, wonach Twitter bis 2013 kräftig Gewinne machen will - bisher liegen die Einnahmen bei Null. Jetzt deutet eine neue Plattform an, womit der Microblogging-Dienst künftig rentabel werden könnte.
Immer mehr Firmen entdecken die Kundenkommunikation man könnte es auch Werbung nennen in 140 Zeichen: Das Twittern ist auch in vielen Marketing-Abteilungen angekommen. Man weist auf neue Produkte hin oder bietet Exklusiv-Angebote über den Online-Kurznachrichtendienst an.
Bisher ist das für die Unternehmen äußerst günstig die Nutzung von Twitter kostet auch für sie nichts. Noch nicht, wie das «Handelsblatt» berichtet. Denn der Internet-Dienst hat eine neue Informationsplattform namens «Twitter 101 for Business» gestartet. Firmen würden wohl künftig eine eigene Kennung bekommen, die mit http://business.twitter.com beginne, schreibt die Zeitung.
Ehrgeizige Ziele bis 2013Beobachter sähen in der neuen Plattform den ersten Schritt, um Unternehmen für die Benutzung von Twitter zukünftig zahlen zu lassen, so das «Handelsblatt». «Der nächste logische Schritt sind Unternehmens-Accounts gegen Geld», sagte Webberaterin Nicole Simon der Zeitung. «Wenn Twitter Profi-Anwendern Zusatzdienste anbietet, zum Beispiel ausführliche Statistiken oder ein Vorab-Programmieren der Nachrichten, werden sie durchaus bereit sein zu zahlen.»
Twitter hat ein rasantes Wachstum hingelegt und verzeichnet nach verschiedenen Schätzungen zuletzt 20 bis 25 Millionen Nutzer. Geld verdient der Dienst bisher aber nicht. Beabsichtigt ist das aber durchaus, wie interne Unterlagen, die jüngst ein Hacker nach Datendiebstahl dem Weblog Techcrunch zuspielte, belegen. Demnach peilt Twitter bis 2013 einen Umsatz von 1,5 Milliarden Dollar und mehr als 100 Millionen Dollar Gewinn an. Bis dahin will der Dienst eine Milliarde Nutzer gewonnen haben.
70 Euro pro Jahr akzeptabelTechcrunch veröffentlichte die Infos nach Verhandlungen mit Twitter-Anwälten. Von dem Online-Dienst hieß es zu den Zahlen, es handele sich um inoffizielle Überlegungen, die nicht mehr aktuell seien. Offen blieb aber, ob die neuen Prognosen höher oder niedriger sind. Bislang tat sich das 2006 gegründete Unternehmen schwer, ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln.
Allerdings sagte Mitgründer Biz Stone kürzlich auf einer Konferenz in Kalifornien, es gebe viele Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Und Unternehmen sind offenbar auch bereit, für die Kommunikation via Twitter zu löhnen. Das bekundete etwa Roland Frimmersdorf, Leiter der Unternehmenskommunikation bei der Krankenkasse Schwenninger BKK. 70 Euro im Jahr seien denkbar, sagte Frimmersdorf dem «HB». Die Kasse nutze Twitter, um mit jungen Kunden stärker ins Gespräch zu kommen. Ähnliche Firmenprofile gibt es mittlerweile auch bei Social-Networks-Portalen wie Facebook oder StudiVZ. (nz)