CIT-Pleite würde kleinere US-Firmen mitreißen: 

netzeitung.deUS-Regierung bangt um Mittelstandsfinanzierer

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Filiale von Dunkin' Donuts (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Filiale von Dunkin' Donuts
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Kreditklemme ist für hunderttausende US-Mittelständler, etwa Dunkin'-Donuts-Filialen, eine Bedrohung geworden. Ihre einzige Geldquelle, die CIT Group, steht vor dem Kollaps und könnte in den USA einen Wirtschafts-Tsunami auslösen.

Die Panik vieler amerikanischer Mittelständler hat drei Buchstaben: CIT. So heißt ein großer Kreditfinanzierer, der den US-Mittelstand mit Geld versorgt. Sein Problem: Er ist schwer angeschlagen, die Ratingagentur Moody's senkte ihre Bonitätsbewertung für CIT und warnte vor dessen Zusammenbruch.

Das gut 100 Jahre alte Geldinstitut braucht dringend neues Geld zur Refinanzierung, sonst kann es sein Geschäft nicht aufrechterhalten. Kippt CIT, fürchten zahlreiche kleinere und mittlere Unternehmen in den USA um ihre Existenz, denn für sie ist die CIT Group oft die einzige Finanzierungsquelle. Damit wird der Fall CIT zum Politikum. Hinter den zigtausenden Unternehmen stehen schließlich hunderttausende von Arbeitsplätzen, die damit gefährdet wären.
US-Einlagensicherung zögert
So könnte der Mittelstandsfinanzierer der Testfall dafür werden, wie weit der Staat zur Rettung von Unternehmen im Zweifel zu gehen bereit ist. Aus dem staatlichen Rettungsfonds für die Finanzbranche, Tarp, erhielt CIT bereits 2,3 Milliarden Dollar, doch das reicht nicht aus. Jetzt geht es darum, ob der Konzern wie andere Banken auch staatlich garantierte Anleihen begeben kann.

Die Genehmigung durch die zuständige Behörde steht noch aus, die börsennotierte CIT Group verhandelt darüber unter Hochdruck mit der Einlagensicherung FDIC. Dem Vernehmen nach zögert die FDIC, weil sie weitere unabsehbare Belastungen für die amerikanischen Steuerzahler fürchtet.

CIT hatte zuletzt eine Bilanzsumme von etwas mehr als 75 Milliarden Dollar und weist Verbindlichkeiten von 68,2 Milliarden Dollar aus. Bis Ende 2010 muss das Institut Schulden von zehn Milliarden Dollar refinanzieren. Wegen der Wirtschaftskrise gelingt es ihm aber nicht, über Anleihen am Finanzmarkt an frisches Geld zu kommen. Ratingagenturen haben die Anleihen auf «Schrott»-Niveau herabgestuft. Zusätzlich machen CIT die in der Rezession steigenden Zahlungsausfälle und Pleiten von Firmenkunden zu schaffen. Und schließlich hat der Finanzierer wie andere Banken hohe Verluste am Hauskreditmarkt erlitten.

Aktie auf Achterbahnfahrt
Ein Zusammenbruch von CIT wäre in den Vereinigten Staaten der größte Bankrott einer Geschäftsbank seit der Pleite der US-Sparkasse Washington Mutual im vergangenen Jahr. Zwar gilt die CIT Group nicht als Systemrisiko für den Finanzsektor insgesamt, doch wegen ihrer wichtigen Bedeutung für die US-Wirtschaft prüft die US-Regierung laut einem Bericht des «Wall Street Journal» inzwischen verschiedene Hilfen für das Institut. Vertreter der Regierung seien beunruhigt, welche unvorhersehbaren Folgen ein Zusammenbruch der CIT haben könnte, so die Zeitung.

Rund eine Million überwiegend Mittelstands-Unternehmen, vor allem Einzelhändler, hängen demnach von Krediten der CIT Group ab. So finanziert CIT unter anderem Filialen der Imbissketten Dunkin' Donuts oder die Läden der Bekleidungskette Eddie Bauer. Kritiker halten die Panik um (und bei) CIT aber für überzogen. Sie glauben, dass im Fall des Falles andere Banken bei der Kreditvergabe einspringen.

Angesichts der unklaren Lage macht der Aktienkurs von CIT wilde Sprünge. Am Wochenende gab es Spekulationen über eine mögliche Insolvenz – die Aktien stürzten ab. Nach dem Bericht des «WSJ» legte der Kurs wieder kräftig zu. (nz)