04.07.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Krümmel eiligst wieder vom Netz genommen
Eine Störfall jagt den anderen: Eigentlich sollte Krümmel nach einem Zwischenfall wieder auf volle Leistung hochgefahren werden. Doch jetzt kam es erneut zu einer Schnellabschaltung.
Das Kernkraftwerk Krümmel steht wieder still. In dem Reaktor sei es zu einer Schnellabschaltung gekommen, teilte das Kieler Sozialministerium als Aufsichtsbehörde am Samstag mit. Die Atomaufsicht habe unverzüglich mit der Klärung begonnen. Eine Vattenfall-Sprecherin sagte, der Reaktor habe sich gegen zwölf Uhr mittags abgeschaltet. Ursache sei nach bisheriger Erkenntnis eine Störung in einem der beiden Maschinentransformatoren des Kraftwerks. Die Anlage befinde sich in stabilem Zustand und werde über das Fremdnetz mit Strom versorgt.
Erst am Mittwoch war es in Krümmel zu einem Störfall gekommen. Verantwortlich hierfür war nach Angaben Vattenfalls ein fehlerhaft eingestelltes Ventil an einem Transformator. Außerdem kam es zu einem Problem mit der Steuerung an einer der drei Speisewasserpumpen. Der Reaktor wurde zunächst vom Netz genommen, wurde dann aber mit reduzierter Leistung weiter betrieben.
Nach Vattenfalls Angaben, die noch nicht von der Atomaufsicht bestätigt sind, war menschliches Versagen der Grund für die Störung. Ein Ventil an einem ausgefallenen Eigenbedarfstransformator sei falsch eingestellt gewesen. Das umstrittene Kernkraftwerk war erst vor zwei Wochen nach zwei Jahren des Stillstands wieder in Betrieb gegangen. Kurz danach gab es einen Defekt in der Elektronik.
An diesem Wochenende sollte Krümmel wieder hochgefahren werden und seine volle Leistung erreichen. Dagegen hatten rund 120 Atomkraftgegner am Freitag mit einer Mahnwache demonstriert; die Aktion aber am Abend vorzeitig abgebrochen. Naturschutzorganisationen und die Grünen fordern, der Reaktor wegen seiner Störanfälligkeit ganz vom Netz zu nehmen. (dpa)