Gestoppter Druck der Kataloge: 

netzeitung.deArcandor beruhigt Quelle-Druckereien

 Herausgeber: netzeitung.de

Gestoppter Druck der Kataloge 

Lupe Arcandor beruhigt Quelle-Druckereien

Die für den Quelle-Katalog beauftragten Druckereien haben die Herstellung gestoppt, aus Angst, am Ende auf den Kosten sitzenzubleiben. Der Mutterkonzern hält die Sorge für unbegründet: Bald sei das Versandhaus wieder flüssig.

Angesichts der gestoppten Druckaufträge für den Quelle-Hauptkatalog versucht die Quelle-Mutter Arcandor jetzt die verunsicherten Druckereien zu beruhigen. Innerhalb der nächsten Tage werde mit einer Wiederaufnahme der Zahlungen der Valovis-Bank an das Versandhaus gerechnet, sagte ein Arcandor-Sprecher am Freitag in Essen. «Das wird sich nächste Woche klären. Dann läuft alles wieder normal.»

Die Valovis-Bank wickelt die Finanzgeschäfte für Quelle ab. Sie hatte die Zahlungen nach der Anmeldung der Insolvenz gestoppt und das Versandhaus von jeglichen Geldströmen abgeschnitten. Dem Arcandor-Sprecher zufolge geht es noch darum, Details in dem Vertrag mit der Essener Bank zu klären.

Die Druckereien hatten Produktion und Auslieferung des Katalogs komplett gestoppt – zwei von ihnen fürchteten, dass die Arbeiten nicht bezahlt werden und sie auf ihren Kosten sitzenbleiben. Der Katalog ist jedoch für das Überleben von Quelle entscheidend. Quelle-Sprecher Manfred Gawlas bestätigte am Freitag, dass Quelle trotz des von der Politik bewilligten Massekredits über 50 Millionen Euro noch nicht über Liquidität verfüge. Die Sorge der Druckereien bezeichnete er als «verständlich». Sie sei jedoch unbegründet.

Der Hauptkatalog wird etwa zu einem Drittel von der Schlott-Gruppe (Freudenstadt) und zu zwei Dritteln von Prinovis mit Sitz in Itzehoe produziert. Auch die mittelständische Unternehmen Print.Forum (Sinsheim) ist beteiligt. Bei Schlott stehen die Maschinen bereits seit Mittwoch still. Ein Teil der Auflage des Quelle-Katalogs ist bereits ausgeliefert. Insgesamt werden neun Millionen Exemplare hergestellt.

Der Bund sowie die Länder Bayern und Sachsen hatten zur vorläufigen Rettung von Quelle einen Massekredit über 50 Millionen Euro zugesagt. Damit wird die Valovis-Bank besichert. Quelle-Sprecher Gawlas unterstrich, dass Quelle selbst das Geld aus dem Kredit nicht erhält. Zunächst müsse das Factoring-Programm wieder anlaufen. «Jede Verzögerung ist eine weitere Schwierigkeit für uns», räumte er ein. (nz/dpa)