Hiesige Stationen fürchten Testlauf für Deutschland: 

netzeitung.deAldi löst mit Billigsprit in Salzburg Preiskrieg aus

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Schlange an der Hofer-Tankstelle (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Schlange an der Hofer-Tankstelle
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Billig tanken bei Aldi? In drei Filialen in Österreich ist das schon Wirklichkeit - kräftig fallende Preise inklusive. Das versetzt deutsche Tankstellen-Betreiber in Alarmzustand.

In Grenzregionen ist es durchaus nicht unüblich, mal eben mit seinem Auto über den Grenze zu fahren, um dort zu tanken, wo es günstiger ist. Der Tanktourismus hat jetzt auch in Salzburg zugeschlagen, und schuld daran ist der Discounter Aldi Süd. Dessen österreichische Tochter Hofer hat in Salzburg drei Tankstellen eröffnet und damit in der Region einen Preiskrieg ausgelöst, wie die «Süddeutsche Zeitung» berichtete.

Die Folge: kilometerlange Staus und fallende Preise auch an etablierten Marken-Tankstellen. Zeitweise habe Treibstoff so wenig gekostet wie zuletzt vor 30 Jahren, schrieb das Blatt. Ein Liter Diesel war etwa für 56,5 Cent zu haben, zuvor lag der Preis noch 30 Cent höher. Normalbenzin war zwischenzeitlich für 59,2 Cent je Liter zu haben. Der Andrang an den Hofer-Zapfsäulen war offenbar so groß, dass die Vorräte schon nach wenigen Stunden zur Neige gingen.

Partner von Hofer ist laut «SZ» der Tankstellenbetreiber Free Energy, hinter dem der ehemalige österreichische Autorennfahrer Markus Friesacher stehe. «Wir wollen langfristig zwei bis drei Cent billiger sein als die Mineralölkonzerne», zitiert ihn die Zeitung – eine Kampfansage an die etablierte Konkurrenz. Um auf dieser Grundlage überhaupt wirtschaften zu können, hält Friesacher die Kosten niedrig: Die Aldi-Tankstellen verzichten völlig auf Personal, gezahlt wird an den Zapfsäulen mit Kredit- oder Geldkarte.

Deutsche Tankstellen alarmiert
Der Einstieg der österreichischen Aldi-Tochter treibt den deutschen Tankstellenbetreibern Sorgenfalten auf die Stirn. Sie fürchten, dass nach diesem Testlauf in Salzburg der deutsche Discount-Riese auch hierzulande ins Mineralölgeschäft einsteigt. Noch sei aber unklar, ob es solche Pläne bei Aldi überhaupt gibt, so die «Süddeutsche». Eine Firmensprecherin wollte sich dazu nicht äußern.

Alarmiert ist der Mineralölwirtschaftsverband MWV insbesondere darüber, dass Hofer – um das Neugeschäft anzuschieben – zeitweise den Sprit sogar deutlich unter dem Einkaufspreis verkauft hat. Dafür interessiere sich jetzt auch die Wettbewerbsbehörde in der Hauptstadt Wien, hieß es weiter: Sie habe eine umfangreiche Untersuchung in den nächsten Wochen angekündigt.

Aldi Süd betreibt etwa 1700 Filialen in West- und Süddeutschland, während Aldi Nord etwa 2500 Filialen umfasst. In Österreich übernahm Aldi vor gut 40 Jahren die Filialkette Hofer. Laut ADAC gibt es in Deutschland gut 14.500 Tankstellen (Stand 2008), wobei Aral und Shell mit jeweils mehr als 2000 Stationen die Liste der Marken-Tankstellen anführen. (nz)