Mutmaßlich Geld veruntreut:
Staatsanwälte klagen früheren IKB-Chef an
01.07.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Nur eine Woche nach der Pressemitteilung habe die IKB aufgrund von Fehlspekulationen im US-Hypothekenmarkt kurz vor der Insolvenz gestanden. Ab dem 30. Juli 2007 kam es daher zu erdrutschartigen Kursverlusten. Ortseifen und Finanzvorstand Volker Doberanzke mussten deshalb ihren Hut nehmen. Die Staatsanwaltschaft hatte in der Sache bereits im August 2007 Ermittlungen eingeleitet.
Auch die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hatte damals der IKB vorgehalten, sie habe noch am 20. Juli 2007 den Eindruck erweckt, das Unternehmen sei nur mit einem einstelligen Millionenbetrag von der Hypothekenkrise in den USA betroffen. Zehn Tage später habe die Bank dann eine Gewinnwarnung herausgegeben, wodurch der Kurs der IKB-Aktie um rund 50 Prozent einbrach.
Die Krise bei der IKB brachte auch die staatseigene Förderbank KfW in Turbulenzen, denn die KfW war damals mit 38 Prozent größter Anteilseigner der Mittelstandsbank. Die IKB konnte damals nur durch ein zehn Milliarden Euro schweres Rettungspaket der KfW, des Bundes und privater Banken vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Im August 2008 wurde die IKB von der US-Investorgesellschaft Lone Star übernommen. Nun soll die Bundesregierung der IKB erneut unter die Arme greifen. Das Institut ist in Gesprächen über weitere staatliche Garantien von rund sieben Milliarden Euro. (nz/dpa/AP)

