25.06.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Die Mitarbeiter von Quelle müssen weiter um ihre Arbeitsplätze bangen
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Belegschaft der Arcandor-Tochter muss weiter bangen. Nachdem ein staatlicher Kredit von 50 Millionen Euro schon fast sicher war, scheint nun wieder alles anders. Fehlende Sicherheiten sagen die einen, Fiasko die anderen.
Das zum insolventen Arcandor-Konzern gehörende Versandhaus Quelle muss weiter um den Druck seines nächsten Katalogs bangen. Auslöser für die Unsicherheit ist nach einem Bericht des «Handelsblatts» ein massiver Streit zwischen der Bundesregierung und dem Land Bayern, in dem Quelle seinen Firmensitz hat.
Wie die Zeitung unter Berufung auf das Bundeswirtschafts- und Bundesfinanzministerium berichtet, hat man sich noch nicht auf die Gewährung eines 50-Millionen-Euro-Kredits für das Versandhaus verständigen können. Zuvor hatte Bayern nach einer Sitzung des Bürgschaftsausschusses des Bundes, an der auch Vertreter der bayerischen Landesregierung teilgenommen hatten, erklärt, die Gewährung des rettenden Kredits über 50 Millionen Euro für den Druck des Katalogs sei beschlossene Sache.
Noch fehlen die SicherheitenEs sei nicht abschließend entschieden, ob man Quelle den Kredit gewähren könne, hieß es am Mittwochabend aus den beiden Bundesministerien. Die öffentliche Darstellung der bayerischen Seite, es gehe allenfalls noch um die Klärung technischer Details, sei falsch. Nach wie vor fehle es an Sicherheiten, hieß es in den Berliner Ministerien.
Am frühen Abend hatte der bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) erklärt, es gebe die grundsätzliche Einigung auf einen rettenden Massekredit. Mit einer solchen Notfinanzierung sollen insolvente Unternehmen vorläufig stabilisiert werden. Es stehe fest, dass das Unternehmen weiterarbeiten könne, sagte Fahrenschon. Allerdings müssten noch Kreditbedingungen und Rückzahlungsmodalitäten geklärt werden. Dabei gehe es nur noch um ein «Nacharbeiten», hatte Fahrenschon erklärt.
Bedauerliche IrritationAuch der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil hatte sich verärgert über die Hängepartie bei der Rettung des Quelle-Konzerns geäußert. «Ich kann nur sagen, ich bedauere diese Irritation sehr, die ständig kommen: dass die positive Grundsatzentscheidung ganz entgegen dem, was wir wissen hier offensichtlich nochmal in Frage gestellt worden ist», sagte der FDP-Politiker am Donnerstag im Bayerischen Rundfunk mit Blick auf die unklare Lage bei der Gewährung eines Massekredits.
Die Informationslage habe der bayerischen Staatsregierung gestern noch ganz klar dargestellt, dass der Massekredit von 50 Millionen Euro vom Bund sowie den Ländern Bayern und Sachsen gewährt werde. «Handelsblatt» und ZDF berichteten jedoch übereinstimmend unter Berufung auf das Bundeswirtschafts- und Bundesfinanzministerium, die endgültige Entscheidung über den Millionenkredit stehe noch aus.
Betriebsratschef Sindel spricht von «Fiasko»Der Gesamtbetriebsratschef des Quelle-Konzerns, Ernst Sindel, rechnet allerdings fest mit der Gewährung des Massekredits. Dem Bayerischen Rundfunk sagte Sindel: «Der wird mit Sicherheit kommen.» Die Hängepartie im Berliner Bürgschaftsausschuss wollte Sindel nicht negativ interpretieren: «Ich glaube schlichtweg, dass es eher ein noch technisches Thema ist, dass in Berlin noch einige Abstimmungen stattfinden müssen.» Zugleich warnte der Quelle-Betriebsratschef davor, die Gewährung des Kredits zu verweigern: «Wenn da mehr dahinter wäre, dann würde ich sagen, jetzt wird's langsam ein Fiasko.» (dpa/AP)