Guttenberg hält Metro-Konzept für interessanten Weg: 

netzeitung.deMetro-Chef will zwei Drittel von Karstadt haben

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Metro-Chef Cordes will die beiden Kaufhaus-Ketten fusionieren. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Metro-Chef Cordes will die beiden Kaufhaus-Ketten fusionieren.
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Während die Politik heftig über Staatshilfen für Arcandor debattiert, hat Metro-Chef Cordes sein Angebot für die Arcandor-Tochter Karstadt konkretisiert. Noch in dieser Woche will er Merkel und Steinmeier seinen Plan erläutern.

Der Vorstandschef des Handelskonzerns Metro, Eckhard Cordes, will wohl noch in dieser Woche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier über eine mögliche Übernahme von Karstadt sprechen. Das berichtete die «Bild»-Zeitung am Donnerstag. Cordes wolle die angeschlagene Warenhauskette mit Kaufhof zusammenlegen.

Dabei sollen nach den Informationen der Zeitung unter Berufung auf Koalitionskreise von insgesamt 206 Kaufhof- und Karstadt-Warenhäusern 40 Filialen (30 Karstadt-Häuser und zehn Filialen von Galeria Kaufhof) geschlossen werden. Von diesen 40 bedrohten Standorten könnten aber 20 Häuser als Elektromärkte (z.B. Saturn) oder von anderen Handelsfirmen weitergeführt werden. Bei einem Zusammengehen beider Warenhaus- Unternehmen müssten 5000 Vollzeitkräfte abgebaut werden, schrieb das Blatt weiter.
Zwei Drittel der Häuser
Metro-Finanzvorstand Thomas Unger sagte der Tageszeitung «Die Welt»: «Wir sind sicher, dass wir von den 90 Häusern 60 übernehmen und in unser Galeria-Kaufhof-Konzept integrieren können». Damit gebe der Konzern «dem weit überwiegenden Teil der Karstadt-Beschäftigten eine gesicherte Zukunft», so der Finanzchef. Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick hatte den Metro- Vorschlag bisher abgelehnt.

Nach Angaben des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) bleiben zur Rettung des Arcandor-Konzerns nur noch wenige Tage Zeit. «Nächste Woche stehen Problemen mit den Banken an. Also bis Anfang nächster Woche muss eine Entscheidung fallen», sagte Seehofer am Mittwochabend nach einem Gespräch mit Vertretern von Betriebsrat und Firmenleitung in Nürnberg. Daher dränge die Zeit für eine Rettung des Konzerns.

Guttenberg lobt Konzept
Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sieht in den Vorschlägen eine mögliche Lösung für die Probleme des Handelskonzerns Arcandor. Dies sei ein «interessanter Weg», sagte Guttenberg am Donnerstagmorgen im Deutschlandfunk. Er fügte hinzu, wenn dieser verfolgt werden solle, «dann muss es nur schnell gehen».
EU gegen Hilfen für Arcandor
Die EU-Kommission hatte am Mittwoch erhebliche Zweifel an Staatshilfen für Arcandor geäußert, da der Konzern schon lange vor der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise in Problemen steckt. Die Kriterien für die Staatshilfen seien damit nicht erfüllt. Auch die Bundesregierung ließ durchblicken, dass Arcandor damit wohl nicht mehr auf den Notfonds setzen kann.

Arcandor hofft auf eine Staatsbürgschaft von 650 Millionen Euro und einen Kredit über 200 Millionen Euro. Für diese Hilfen demonstrierten am Mittwoch rund 4000 Beschäftigte von Quelle und Karstadt in Nürnberg. Unterdessen wurden Forderungen aus der Politik nach einem stärkeren Engagement der Eigentümer lauter. (dpa/nz)