«Wetterfeste» Finanzanlagen:
Allianz rechnet mit Erholung zum Jahreswechsel
29.04.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Wetterfest in der Krise?
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Europas größter Versicherer hat im ersten Quartal im operativen Geschäft fast eine Milliarde Euro weniger verdient als ein Jahr zuvor. Wegen der Finanzkrise wagt der Konzern keine Prognose fürs laufende Geschäft.
Europas größter Versicherer Allianz wagt wegen der Wirtschaftskrise weiterhin keine Prognose für das laufende Jahr. «Unser gesamtes Wirtschaftssystem verändert sich, und ich möchte nichts versprechen, was ich nicht halten kann», sagte Vorstandschef Michael Diekmann laut Redetext am Mittwoch bei der Hauptversammlung in München. Eine leichte Erholung der Weltwirtschaft erwartet Diekmann erst für den Jahreswechsel 2009/2010. Wie nachhaltig diese Erholung sein werde, hänge allerdings von der Lösung der Bankenprobleme, der Reaktion der US-Wirtschaft und dem Energie- und Ölpreis ab.
Der Abwärtstrend bei den Zinsen wird nach Diekmanns Einschätzung noch in diesem Jahr ein Ende finden. «Mittelfristig gehen wir wieder von einem etwas höheren Geldmarktzins und einem mittelfristigen Kapitalmarktzins von einem bis zwei Prozent über Inflation aus», sagte er. Da die Entwicklung aber auch anders kommen könne, müsse sich der Konzern aber auch auf Extreme wie eine lange Niedrigzinsphase oder eine hohe Inflation vorbereiten.
Druck durch niedrige ZinsenNiedrige Zinsen und eine lange Rezession würden vor allem die Lebensversicherung und deren Kunden treffen. Zwar seien die Kapitalanlagen der europäischen Versicherer in der Regel breit gestreut und in Papieren guter Bonität angelegt. Bei niedrigen Zinsen werde es aber Druck auf Überschussbeteiligungen, Kapitalausstattung und Rentabilität der Lebensversicherer geben, sagte Diekmann. Auch die Transport-, Industrie- und Kreditversicherung sei von der Rezession betroffen.
Der Allianz komme allerdings zugute, dass sie nach der Krise des Jahres 2002 ihre Finanzanlagen wetterfester gemacht habe. Jetzt will der Konzern seine Profitabilität und ihre Kapitalbasis stärken sowie die Abläufe im Konzern weiter vereinfachen.
Der Konzern hat im ersten Quartal im operativen Geschäft fast eine Milliarde Euro weniger verdient als ein Jahr zuvor. Auf vergleichbarer Basis - also ohne die im Januar 2009 verkaufte Dresdner Bank - sei der operative Gewinn von 2,2 auf voraussichtlich 1,3 Milliarden Euro zurückgegangen, hieß es zu Beginn der Hauptversammlung in München mit. Die Dresdner Bank belaste die Allianz zudem mit 400 Millionen Euro. Der Umsatz stieg von 27,0 auf 27,7 Milliarden Euro. Die Details zum ersten Jahresviertel will die Allianz am 13. Mai bekanntgeben. (dpa)