28.04.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Mercedes Benz verkauft deutlich weniger Fahrzeuge
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
In der Rückschau könnte man Dieter Zetsches Aussage als Understatement werten - rote Zahlen hatte er angekündigt. Jetzt ist die Börse entsetzt: Der Quartalsverlust summiert sich auf mehr als eine Milliarde Euro.
Die Absatzkrise hat den Autohersteller Daimler tief in die roten Zahlen gedrückt. Der Konzern wies im ersten Quartal einen Verlust von 1,3 Milliarden Euro aus, wie Daimler am Dienstag in Stuttgart mitteilte. Ein Jahr zuvor stand noch ein Gewinn in gleicher Höhe in den Büchern. Damit schnitt der Konzern rund eine halbe Milliarde Euro schlechter ab, als Analysten erwartet hatten.
Das operative Ergebnis brach von zwei Milliarden Euro auf minus 1,4 Milliarden Euro ein. Im ersten Quartal verkaufte der Premiumhersteller weltweit mit 332.300 Pkw und Nutzfahrzeugen ein Drittel weniger als noch vor einem Jahr. Der Umsatz schrumpfte von 24 Milliarden Euro auf 18,7 Milliarden Euro.
Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte vor der Zahlenvorlage bereits ein deutlich negatives Ergebnis angekündigt. Trotzdem bezeichnete ein Händler in einer ersten Reaktion die Zahlen als «grausam», ein anderer Händler nannte das Ausmaß der Verluste «dramatisch». Die Aktie rutschte nach den Zahlen tief ins Minus.
Hoffnungen ruhen auf neuer E-KlasseAuch für das zweite Quartal werde erneut ein deutlich negatives Ergebnis erwartet, hieß es nun. Das laufende Jahr werde deutlich unter dem Vorjahr bleiben, wiederholte Daimler seine Prognose. Im vergangenen Jahr wurde ein Umsatz von 95,9 Milliarden Euro erzielt und wurden 2,1 Millionen Fahrzeuge verkauft.
Im Jahr 2009 sollen Sparmaßnahmen in Höhe von 4 Milliarden Euro greifen, die Hälfte davon sollen geringere Personalkosten beisteuern. Durch die Kostensenkungen und den Anlauf der neuen E-Klasse werde im Jahresverlauf mit «einer schrittweisen Verbesserung der operativen Ergebnissituation» gerechnet, hieß es. Für das operative Ergebnis stellte der Konzern Verbesserungen in der zweiten Jahreshälfte in Aussicht.
Den Stuttgartern macht vor allem die schleppende Auto-Nachfrage zu schaffen. Der Absatz bei den Pkw der Marken Mercedes-Benz und smart sank in den ersten drei Monaten des Jahres um über ein Viertel, bei den Nutzfahrzeugen lag der Absatz um 39 Prozent unter dem Vorjahr. Noch drastischer fiel der Rückgang mit 58 Prozent bei den Transportern aus.
Die Sparte Mercedes-Benz erlitt ein Minus von 1,1 Milliarden Euro und trug damit den Löwenanteil zu dem Quartalsverlust bei. Durch die frühzeitig eingeleiteten Maßnahmen zur Kostenanpassung - wie Kurzarbeit in den deutschen Pkw-Werken von Mercedes - sei dem Ergebnisrückgang teilweise entgegengewirkt worden, teilte der Konzern weiter mit. Aber auch das Geschäft mit Lastwagen und Transportern sowie die Finanzdienstleistungen schrieben rote Zahlen. (dpa/AP)