Mitarbeiter-Daten in großem Stil geprüft: 

netzeitung.deChronologie des Datenskandals bei der Bahn

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Hinweis auf Videoüberwachung am Hamburger Hauptbahnhof (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Hinweis auf Videoüberwachung am Hamburger Hauptbahnhof
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Datenskandal bei der Deutschen Bahn sorgt seit Monaten für Wirbel. Der Druck auf Konzernchef Mehdorn wurde mit jeder neuen Enthüllung größer - zumal dem Vorstand «Salamitaktik» vorgeworfen wurde. Ein Überblick.

21. Januar 2009:
Die Deutsche Bahn bestätigt, dass mehr als 1000 leitende Mitarbeiter ohne Anhaltspunkte auf Korruptionsverdacht überprüft wurden.

28. Januar:
Der Skandal hat größere Ausmaße als bisher vermutet. Es wird bekannt, dass insgesamt rund 173.000 Mitarbeiter überprüft wurden. Die Daten wurden mit jenen von 80.000 Firmen abgeglichen, zu denen die Bahn Geschäftsbeziehungen hatte.

30. Januar:
Nach öffentlicher Kritik gibt die Bahn bekannt, dass die Vorwürfe des Datenmissbrauchs von der Berliner Staatsanwaltschaft geklärt werden sollen.

3. Februar:
Die Bahn bestätigt, dass auch 2005 Daten abgeglichen wurden. In Aufsichtsratskreisen wird die Zahl von knapp 220.000 Beschäftigten genannt. Nach heftiger Kritik räumt Bahnchef Hartmut Mehdorn in einem Mitarbeiterschreiben erstmals Fehler ein.

6. Februar:
Der Konzernbetriebsrat akzeptiert eine Entschuldigung Mehdorns. Die Gewerkschaften Transnet und GDBA stellen der Bahn ein Ultimatum für die Aufklärung der Datenaffäre.

10. Februar:
Der Skandal hat noch größere Ausmaße als bisher angenommen. Bei internen Ermittlungen wurden zwei weitere Aktionen in den Jahren 1998 und 2005/2006 entdeckt. Der Leiter der Konzernrevision, Josef Bähr, wird beurlaubt.

12. Februar:
Wegen möglicher Verstöße gegen das Datenschutzgesetz wird gegen Vorstandschef Mehdorn und andere Verantwortliche ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Das bestätigt die Berliner Staatsanwaltschaft.

18. Februar:
Der Aufsichtsrat legt die Aufklärung der Affäre in die Hände der Rechtsanwälte und früheren Bundesminister Gerhart Baum (FDP) und Herta Däubler-Gmelin (SPD). Mehdorn wird die Zuständigkeit entzogen.

4. März:
Am Rande einer Befragung Mehdorns im Verkehrsausschuss des Bundestages werden neue Vorwürfe laut. Dabei geht es um anonyme Hinweise auf Aktenvernichtung und angebliche Behinderungen bei den Aufklärungsarbeiten im Konzern. Mehdorn weist die Vorwürfe zurück.

27. März:
Neue Anschuldigungen bringen Mehdorn in Bedrängnis. Die Deutsche Bahn soll unabhängig von der Korruptionsbekämpfung E-Mails von Mitarbeitern überprüft haben. Dabei sei gezielt nach Kontakten zu Journalisten und Konzernkritikern gesucht worden, berichten die «Süddeutsche Zeitung» und «Spiegel Online».

28/29. März:
Die Bahn räumt ein, dass im Herbst 2007 eine Massen-E-Mail der Lokführer-Gewerkschaft GDL abgefangen wurde. Sie erklärt dies mit einem Serverabsturz. Laut «Spiegel» handelte es sich um zwei «Streikinformationsschriften» an die Lokführer. Die GDL prüft eine Strafanzeige wegen der Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses. Die drei Bahngewerkschaften fordern erneut den Rücktritt, Mehdorn lehnt ab. Presseberichten zufolge verliert der Bahnchef aber den Rückhalt von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

30. März:
Mehdorn kündigt seinen Rücktritt an. Er habe sich persönlich zwar nichts Unrechtes vorzuwerfen, doch die Diskussion in der Datenaffäre habe sich «längst von den Fakten abgekoppelt». Er biete seinen Rücktritt an, um «diese schlimmen, ja zerstörerischen Debatten für die Bahn zu beenden». (dpa/nz)