27.02.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Kommt mit einem blauen Auge davon: Dieter Zetsche
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Kritischen Aktionäre haben eine Niederlage erlitten. Die Staatsanwaltschaft hat zwar bei Daimler «umfangreiche gesteuerte Graumarktgeschäfte» festgestellt, dem Chef konnte aber keine Verstrickung nachgewiesen werden.
Daimler-Chef Dieter Zetsche wird in der Affäre um Graumarktgeschäfte seines Konzerns nicht angeklagt. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart habe das Ermittlungsverfahren mangels Beweisen eingestellt, teilte der Anwalt Holger Rothbauer am Freitag mit. Er vertritt den Sprecher der Kritischen Aktionärinnen, Jürgen Grässlin, der eine entsprechende Strafanzeige gestellt hatte.
Allerdings habe die Staatsanwaltschaft Stuttgart «umfangreiche gesteuerte Graumarktgeschäfte» bei Daimler festgestellt, hieß es in der Mitteilung des Anwalts weiter. Rothbauer wirft der Behörde nun «Versäumnisse und Angst vor eigener Courage» vor und kündigte Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung an. «Dass darf nicht sein, dass man die Kleinen hängt und die Großen laufen lässt.»
Zetsches Informationsstand unklarDie Staatsanwaltschaft Stuttgart war zunächst nicht zu erreichen. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte aber den «Stuttgarter Nachrichten»: «Es hat sich kein hinreichender Tatverdacht einer vorsätzlichen uneidlichen Falschaussage ergeben.» «Anhand unserer Unterlagen können wir nicht nachweisen, dass Herr Zetsche positiv Kenntnis hatte von den entsprechenden Aktivitäten oder sie billigend in Kauf genommen hat», sagte die Sprecherin dem Blatt. Ein weiteres Verfahren gegen den früheren Mercedes-Inlandsvertriebschef Jürgen Fahr und drei andere Beteiligte wegen Meineids wird jedoch weitergeführt, berichtet die Zeitung.
Der Daimler-Kritiker Grässlin hatte Zetsche vorgeworfen, zwischen 1995 und 1998 mit Graumarktgeschäften bewusst den Absatz gesteigert zu haben. Dabei treibt ein Hersteller seine Absatzzahlen in die Höhe, indem er mit hohen Rabatten Fahrzeuge an freie Händler, und damit an seinem offiziellen Vertriebsnetz vorbei verkauft. (nz/dpa)