09. Jan 2009 11:56
Die Finanzkrise hat die Postbank schwer ins Trudeln gebracht: Das vergangene Jahr wird aller Voraussicht nach mit einem «deutlich negativen Ergebnis» abgeschlossen.
Die Postbank wird wegen der Finanzkrise im Jahr 2008 erstmals seit Jahren tiefrote Zahlen schreiben. Im vierten Quartal habe es weitere Ergebnis-Belastungen gegeben, teilte die Postbank am Freitag in Bonn ihren Investoren mit. Für das Gesamtjahr erwartet die Post-Tochter ein «deutlich negatives Ergebnis».Genaue Zahlen wurden noch nicht genannt. Sie sollen am 19. Februar bei der Vorlage der Bilanz für 2008 mitgeteilt werden. Bis Ende September war ein Konzernverlust von 114 Millionen Euro aufgelaufen. Nach Informationen aus Finanzkreisen beläuft sich das Minus im vierten Quartal auf rund 500 Millionen Euro und im Gesamtjahr damit auf etwa 600 Millionen Euro.
Zuvor war die Postbank für das Gesamtjahr von einem Vorsteuergewinn von 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro ausgegangen. In 2007 lag der Jahresüberschuss bei rund 870 Millionen Euro. Der nun erwartete Verlust ist der erste Jahresverlust für die Postbank seit der Jahrtausendwende und dem Börsengang 2004.Trotz der Verluste durch die Finanzkrise hat das Geldinstitut bisher nicht signalisiert, dass es möglicherweise staatliche Hilfe in Anspruch nehmen könnte. Bis Ende Dezember 2008 seien die eigenen Aktienbestände komplett abgebaut worden, berichtete die Postbank. Damit könnten künftig keine weiteren Belastungen der Kernkapitalquote durch fallende Aktienkurse mehr entstehen. Zudem habe man die Kapitalposition durch die im vierten Quartal erfolgte Kapitalerhöhung verbessert.