Weitere Milliarden vom Bund:
Staat steigt bei Commerzbank ein
08. Jan 2009 17:35, ergänzt 19:44
 |  Commerzbank kann nur mit weiteren zehn Milliarden Dresdner-Bank-Kauf stemmen | Foto: AP |
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Die Übernahme der Dresdner Bank kann die Commerzbank nur durch eine weitere Kapitalspritze des Bundes stemmen. Mit dem frischen Geld sei die Commerzbank gegen alle Widrigkeiten gerüstet, meint Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller.
Die Commerzbank braucht wegen der Übernahme der Dresdner Bank eine weitere Finanzspritze aus dem Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung Soffin. Wie die Bank am Donnerstag in Frankfurt mitteilte, wird sich der Staat im Gegenzug mit 25,1 Prozent am Kapital des zweitgrößten deutschen Finanzinstituts beteiligen.
Die Commerzbank verständigte sich demnach mit dem Bankenrettungsfonds der Bundesregierung auf weitere zehn Milliarden Euro Eigenkapitalhilfe. Das ist die Höchstsumme, die der Soffin an eine einzelne Bank vergeben darf. 1,8 Milliarden Euro sollen durch den Verkauf von 295 Millionen Stammaktien zu je sechs Euro an den Staat erlöst werden. Der Aufsichtsratsvorsitzende des Instituts, Klaus-Peter Müller, sagte am Rande der CSU-Klausur in Wildbad Kreuth, dass sein Haus nun für «die Widrigkeiten in der Zukunft» nun «gut gerüstet sei». Der Einstieg des Bundes bewahre die Commerzbank nun auch vor Übernahmen oder «Verlegungsaktivitäten». «Wir sind damit absolut zufrieden und dankbar, dass der Bund ein deutliches Zeichen setzt.»
Der Staat hatte der Commerzbank, die kurz vor der Übernahme der Allianz-Tochter steht, bereits Ende des vergangenen Jahres 8,2 Milliarden Euro als stille Einlage zur Verfügung gestellt.
Allianz muss Risikopapiere abnehmen
Auch der Versicherungskonzern Allianz muss eine bittere Pille schlucken. Nachdem der Preis für die 2001 übernommene Bank seit der Ankündigung des Verkaufs Ende August wegen der Finanzkrise bereits deutlich geringer ausfiel als erhofft, muss der Finanzkonzern jetzt der Bank noch Risikopapiere zum Kaufpreis von 1,1 Milliarden Euro abnehmen. Zudem werde die Allianz bei der Commerzbank eine stille Einlage in Höhe von 750 Millionen Euro zeichnen. «Damit steht die Übernahme der Dresdner Bank kurz vor dem Abschluss. Die beabsichtigten Maßnahmen erfolgen vorbehaltlich der notwendigen Gremienbeschlüsse», hieß es bei der Commerzbank. Der Verkauf der Dresdner Bank solle in den nächsten Tagen abgeschlossen werden, teilte die Allianz mit.
Wenig Freude am Aktienmarkt
Die Nachricht über eine weitere Eigenkapitalspritze löste an der Frankfurter Börse wenig Begeisterung aus - im Gegenteil: Der Aktienkurs der Commerzbank fiel am Donnerstag um rund 20 Prozent auf zeitweise weniger als fünf Euro - so tief wie nie zuvor. (dpa/nz)