06. Jan 2009 12:06
Mit kurzsichtigem Handeln legen die Ölkonzerne bereits die Grundlage für neue Preisrekorde. Sie stecken einer Studie zufolge wesentlich mehr in den Rückkauf eigener Aktien als in die Erschließung neuer Quellen.
Zugleich seien die Ausgaben für die Erforschung neuer Ölquellen von 14 auf sechs Prozent der Gesamtkosten gefallen. Die fünf weltgrößten Ölkonzerne ExxonMobil, BP, Royal Dutch Shell, Chevron und ConocoPhillips hätten zwischen 2005 und 2008 eigene Aktien für mehr als 200 Milliarden Dollar erworben, im selben Zeitraum aber weniger als 40 Milliarden Dollar für die Exploration neuer Quellen ausgegeben, schreibt die Wirtschaftszeitung.Dieses Vorgehen stößt bei Experten auf Kritik. «Die Konzerne verdanken den hohen Ölpreisen ungeheure Sondereinnahmen. Und statt diese Profite in den Energiesektor zu investieren, wurden sie zur Stützung des Aktienkurses verwandt», kritisiert Robert Mabro vom Oxford Institute for Energy Studies im «Handelsblatt».
Die Konzerne verteidigen dagegen ihre Aktienkäufe. Die Zeitung zitierte einen Sprecher von ExxonMobil, wonach der Konzern zuerst die Kosten decke, Steuern zahle und «in alle Projekte» investiere, «die unseren Kriterien entsprechen. Erst dann schauen wir nach, wie viel Geld übrig ist, und reichen einen angemessenen Teil an unsere Aktionäre weiter.»