01.01.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Wer in Deutschland mit Gas kocht, tut dies vielfach mit dem Rohstoff von Gazprom
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Russland hat der Ukraine mal wieder den Hahn zugedreht - da werden bei deutschen Gaskunden schlimme Erinnerungen an 2006 wach. Doch die Branche und Wirtschaftsminister Glos versuchen, Sorgen zu zerstreuen.
Deutsche Gaskunden müssen nach dem Lieferstopp Russlands an die Ukraine vorerst nicht um ihre Versorgung bangen. «Die Kunden können sich auf die zuverlässige Belieferung mit Erdgas verlassen», sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Martin Weyand, am Donnerstag in Berlin. Neben der Transitroute durch die Ukraine fließe russisches Gas auch über Weißrussland nach Deutschland.
Zudem lieferten andere Länder wie Norwegen, Großbritannien und die Niederlanden unvermindert. Sie könnten bei Bedarf die Menge erhöhen, ergänzte Weyand. Außerdem gebe es auch in Deutschland Erdgasförderung sowie hohe Speicherkapazitäten. Russland hatte im jüngsten Energie-Streit mit der Ukraine Härte gezeigt und dem Nachbarland wie angedroht an Neujahr den Gashahn zugedreht. Hintergrund des Lieferstopps ist ein Streit um nicht bezahlte Rechnungen und um neue Gaspreise. Ein großer Teil der russischen Gaslieferungen nach Mittel- und Westeuropa wird durch die Ukraine geleitet.
Eon Ruhrgas teilte mit, man habe Vorsorge getroffen, falls wegen des osteuropäischen Streits weniger Erdgas nach Deutschland fließen sollte. Eon Ruhrgas bezieht rund ein Viertel seines Gases aus Russland. Der Rest komme insbesondere aus Norwegen, den Niederlanden und deutschen Quellen. «Wir sind gut vorbereitet», wurde Vorstandschef Bernhard Reutersberg zitiert.
Selbst bei einer länger dauernden Auseinandersetzung komme es nicht zu Liefereinschränkungen für Haushalte und Endverbraucher. Auch Großkunden sind aktuell nicht betroffen. Reutersberg schränkte allerdings ein: «Erst dann, wenn sich die Lieferkürzungen als gravierend herausstellen sollten, lang anhalten und der Winter besonders kalt wird, stoßen auch unsere Ausgleichsmöglichkeiten an ihre Grenzen.»
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) erinnerte an die vertraglichen Bindungen für die Lieferungen nach Europa und forderte «die Konfliktparteien auf, unverzüglich eine Lösung zu finden, die den Interessen aller Beteiligten Rechnung trägt». Russlands Gaskonzern Gazprom pumpt weiter Gas in separaten Pipelines über ukrainisches Territorium nach Westeuropa, wie Konzernsprecher Sergej Kuprijanow am Donnerstag in Moskau betonte. Die Ukraine sicherte der EU den reibungslosen Transit des Gases zu. Vor drei Jahren hatte ein ähnlicher Streit zwischen Moskau und Kiew auch zu Lieferengpässen in Europa geführt. (dpa/AP)