Stillhalte-Vereinbarung: 

netzeitung.deBanken räumen Merckle Zeit ein

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Adolf Merckle erhält einen Aufschub (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Adolf Merckle erhält einen Aufschub
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Der in Finanznot geratene Unternehmer Merckle hat etwas Zeit gewonnen: Die Banken stunden erst einmal ihre Forderungen. Unklar bleibt, inwieweit der Milliardär seine Beteiligungen losschlagen muss.

Die Zukunft des angeschlagenen Merckle-Firmenimperiums hängt weiter am seidenen Faden. Der in Finanznot geratene geratene Unternehmer Adolf Merckle hat mit den Banken zumindest eine Stillhaltevereinbarung erzielt, wie seine Holding VEM Vermögensverwaltung am Montagabend mitteilte - die Banken stunden also erst einmal ihre Forderungen.

In einem nächsten Schritt sollen in den kommenden Tagen die Verhandlungen über einen Überbrückungskredit zu Ende geführt werden, wie eine Sprecherin mitteilte. Anschließend soll über einen Sanierungskredit gesprochen werden.

Unklar ist nach wie vor, wie die Sanierung aussehen wird. Die «Süddeutsche Zeitung» hatte vor Weihnachten berichtet, dass Merckle Anteile seines Firmenimperiums verkaufen müsse. Die Sprecherin wollte sich dazu am Montagabend nicht äußern. Ein Sprecher des Generikaherstellers Ratiopharm hatte bereits am Sonntag dementiert, dass im Unternehmen bereits dessen Verkauf vorbereitet werde. Merckles VEM hält neben Ratiopharm auch den Pharmahändler Phoenix sowie die Mehrheit am Baustoffhersteller HeidelbergCement.
Insolvenz erst einmal vom Tisch
Der Milliardär geriet in Bedrängnis, weil einige seiner Firmen hoch verschuldet sind und im Zuge der Finanzkrise drastisch an Wert verloren. Außerdem verspekulierte er sich mit Volkswagen-Aktien. Die Banken verlangten daher mehr Sicherheiten für ihre Kredite. «Die Stundungsvereinbarung wurde von allen Beteiligten unterzeichnet», hieß es in einer Presserklärung der VEM, über die Merckle sein Firmenimperium kontrolliert.

«Einvernehmen besteht zwischen den Parteien auch, Anfang Januar die restlichen Abkommen umzusetzen», teilte VEM weiter mit. «Damit sind die Voraussetzungen für eine nachhaltige Lösung der aufgetretenen Finanzierungsprobleme gegeben.» Mit der Vereinbarung ist eine Insolvenz der Vermögensverwaltung VEM zunächst vom Tisch.

Beobachter gehen davon aus, dass Merckle einen Überbrückungskredit bis Ende März erhält, dem ein langfristiger höherer Kredit folgen könnte. Der 74-Jährige muss als Gegenleistung voraussichtlich die Kontrolle über wichtige Teile seines Unternehmensgeflechts abgeben. Laut «Handelsblatt» entpuppte sich die äußerst komplexe Struktur der Merckle-Gruppe aber als erhebliches Problem für die Kreditverhandlungen, da sich etwa HeidelbergCement und Phoenix in den Händen mehrerer unterschiedlicher Zwischen-Holdingfirmen befinden. Hinzu kommen umfangreiche Kredit-Verflechtungen innerhalb der Gruppe. (nz/dpa/AP)