11.12.2008
Herausgeber: netzeitung.de
"Wir haben nie spekuliert, nie gezockt", sagt Adolf Merckle
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Wegen Aktieninvestitionen steht das Firmenimperium des schwäbischen Unternehmers vor dem Aus. Merckle sagt, er habe beim Wertpapier-Handel stets das Wohl des Konzerns im Blick gehabt.
Er war als waghalsiger Spekulant, der sein Vermögen verspielt hat, in die Schlagzeilen geraten. Der Unternehmer Adolf Merckle hat seine Strategie und das Börsen-Engagement nun verteidigt. Merckle sagte der «Südwest Presse»: «Vor der Finanzmarktkrise konnten wir nicht vorhersehen, dass der Abschwung an den Weltbörsen die Aktienkurse so drastisch sinken lässt.» Folge sei, dass der Wert der Sicherheiten, welche die Vermögensverwaltung VEM bei den Banken hinterlegt habe, gesunken sei. «Nun fordern die Banken kurzfristig höhere Garantien beziehungsweise Kredittilgungen.» Dadurch sei die Liquiditätskrise bei der VEM ausgelöst worden.
Merckle sagte: «Wir haben nie spekuliert, nie gezockt. Das Wertpapiergeschäft unserer VEM hat jahrelang dazu gedient, das Wachstum der Beteiligungsunternehmen zu ermöglichen.» Die VEM ist die Merckle-Dachgesellschaft. Zu den wichtigsten Unternehmen von Merckle gehören der Baustoffkonzern HeidelbergCement, der Generikahersteller Ratiopharm und der Pharmagroßhändler Phoenix.
Merckle sagte: «Wir haben schon immer hauptsächlich an die Firmen gedacht. Seit Jahren belassen wir sämtliche Gewinne in den Unternehmen. So auch bei Heidelberg Cement. Dies ist heute ein sehr erfolgreiches Unternehmen mit einem wettbewerbsfähigen Geschäftsmodell.»
Auch mit Privatvermögen haftenZum Stand der Gespräche mit den Gläubigern meinte der 74-Jährige: «Die Banken haben weitreichende Sicherheiten eingefordert. Wir sind bereit, ihnen alle Anteile an Ratiopharm, Heidelberg Cement und dem Pharma-Großhändler Phoenix als Sicherheit zu geben auch die aus unserem Privatvermögen wenn sie uns im Gegenzug die notwendigen Kredite zur Verfügung stellen.»
Der 74-Jährige steht unter anderem bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) in der Kreide. In mit der Sache vertrauten Kreisen wird der Finanzbedarf von Merckle auf ein Volumen von 700 Millionen bis 1 Milliarde Euro geschätzt. Die drei wichtigsten Unternehmen der Merckle-Gruppe haben etwa 100.000 Mitarbeiter und machen jährlich insgesamt 30 Milliarden Euro Umsatz. (AP)