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Finanziers für Kauf gesucht: 

Yahoo lockt auch Ex-AOL-Chef Miller an

03. Dez 2008 13:21
Yahoo zieht weiterhin Interessenten an
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Die lange Geschichte der Yahoo-Übernahme wird fortgeschrieben: Ein früherer AOL-Chef plant offenbar einen Kauf. Das Vorhaben dürfte schwierig werden: Woher soll ausgerechnet in der Finanzkrise das Geld kommen?

Die Yahoo-Aktie hat am Dienstag mit einem Plus von gut sieben Prozent geschlossen. Was den Markt positiv stimmte: Angeblich erwägt der frühere AOL-Chef Jonathan Miller eine Übernahme des Internetkonzerns. Miller spreche seit Monaten mit möglichen Private-Equity-Investoren und Staatsfonds, um Geld für eine Teil- oder Komplettübernahme von Yahoo zusammenzubekommen, berichtete das «Wall Street Journal» unter Berufung auf informierte Kreise.

Dem Bericht zufolge möchte Miller den Yahoo-Aktionären zwischen 20 und 22 Dollar je Anteilsschein bieten. Das wäre fast doppelt so viel wie der Schlusskurs vom Dienstag mit 11,50 Dollar. Für das gesamte Unternehmen müsste der Ex-AOL-Chef folglich bis zu 30 Milliarden Dollar hinblättern. Angesichts der Wirtschaftskrise, in der die Banken nur schwerlich Kredite vergeben und auch am Markt nur mühsam Finanzmittel aufzutreiben sind, dürfte Miller es allerdings sehr schwer haben, die komplette Summe für Yahoo einzusammeln.

Miller habe auch mit einigen Yahoo-Direktoren gesprochen, aber offiziell diskutiere das Gremium nicht über die Initiative, hieß es. Wie weit die Gespräche sind, ist laut «WSJ» unklar. Mehrere Großaktionäre und Boardmitglieder des Suchmaschinenbetreibers seien nicht über die Verhandlungen informiert. Eine Sprecherin des früheren AOL-Chefs und ein Yahoo-Sprecher wollten sich zu den Informationen nicht äußern.

Mehr Druck auf Microsoft

Yahoo steht als Übernahmekandidat schon länger unter Beobachtung. Monatelang hatte sich der Softwarekonzern Microsoft um Yahoo bemüht – war mit seinem Angebot von mehr als 47 Millionen Dollar oder 33 Dollar je Aktie aber bei Firmengründer Jerry Yang abgeblitzt, der 37 Dollar pro Anteilsschein wollte und zur Abwehr eine Werbepartnerschaft mit Google eingegangen war. Die kippte Google allerdings Anfang November, was Yang unter Druck brachte.

Jerry Yang
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Genau gesagt: unter verstärkten Druck, denn nach der Absage an Microsoft stürzte der Yahoo-Kurs ab. Damit wuchs der Ärger vieler Aktionäre über Yang, weil ihnen der von Microsoft gebotene Preis entging. Mitte November trat Yang als CEO ab. Offiziell will Microsoft von einer Übernahme des Internet-Unternehmens nichts mehr wissen, doch dem Vernehmen nach ist darüber das letzte Wort noch nicht gesprochen. Schließlich weiß auch Microsoft, wie groß sein Rückstand im Internet gegenüber dem Platzhirsch Google ist.

Millers Schritt könnte also den Druck auf den Windows-Konzern erhöhen – und zugleich den Preis für Yahoo wieder nach oben treiben. Wie am Dienstag an der Börse schon geschehen. Seit der ersten Microsoft-Offerte hat der Yahoo-Kurs allerdings mehr als zwei Drittel verloren. Zugleich käme Miller seinem früheren Arbeitgeber in die Quere: Medienberichten zufolge verhandelt Yahoo weiter mit AOL über eine Übernahme. Zuletzt hieß es, Yahoo würde von AOL das Portal- und Werbegeschäft übernehmen und die AOL-Mutter Time Warner dafür am neuen Konzern beteiligen. (nz)

 
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