Angeschlagener Auto-Konzern:
Ford überlegt Notverkauf von Volvo
01.12.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Während die Hilfen noch offen sind, holen die US-Autobauer Geld mit Beteiligungsverkäufen rein. Vor knapp zwei Wochen trennte sich Ford für 540 Millionen Dollar von 20 Prozent am japanischen Autobauer Mazda. Bereits im März gab der US-Konzern die britischen Traditionsmarken Jaguar und Land Rover für 2,3 Milliarden Dollar (1,5 Mrd Euro) an den indischen Hersteller Tata Motors ab.
Der in Göteborg ansässige Autokonzern Volvo wurde 1999 von Ford übernommen. Volvo wäre nach Einschätzung von Analysten attraktiv für Autohersteller in Schwellenländern. Ein Beispiel wäre Tata in Indien. Der Konzern hat im März schon Jaguar und Land Rover für 1,7 Milliarden Dollar von Ford übernommen. Die Marke Volvo würde die beiden anderen Luxusmarken gut ergänzen, meinte Analyst Kevin Tynan von der Argus Research Group.
Volvo kämpft mit deutlichen Absatzrückgängen. Besonders deutlich war der Einbruch im US-Markt mit 52 Prozent im Oktober und 28 Prozent seit Jahresbeginn. In Deutschland schrumpfte der Volvo-Absatz von Januar bis Oktober um 17,8 Prozent. Der Marktanteil lag nur noch bei 0,9 Prozent. Vor einigen Wochen kündigte Volvo bereits den Abbau von 3300 Arbeitsplätze oder 13 Prozent der Belegschaft an.
Ford-Chef Alan Mulally sagte am Montag, angesichts der beispiellosen Herausforderungen für den Konzern und die gesamte Branche müssten alle Optionen für Volvo geprüft werden. Ford hatte den schwedischen Hersteller 1999 gekauft. (dpa/AP)

