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Neuer Datenärger: 

Abbuchungs-Betrug bei Telekom-Kunden

26. Nov 2008 16:25
Bei der Telekom scheinen Daten manchmal so zugänglich wie öffentliche Telefonzellen
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Einem Magazinbericht zufolge sind bei der Telekom Daten von mehreren tausend Festnetzkunden entwendet worden. Daraufhin sei unzulässig Geld von deren Konten verschwunden. Der Konzern weist auf Widersprüche hin.

Die Deutsche Telekom hat mit einem neuen Fall von Datenmissbrauch zu kämpfen. Nach einem Vorab-Bericht des «stern» haben sich dubiose Adresshändler Zugriff auf sensible Daten von mehreren tausend Festnetzkunden verschafft. Dabei sollen auch Kontodaten missbraucht worden sein. Ein Sprecher der Telekom erklärte allerdings, dass es sich bei den rund 4.000 Datensätzen nicht um Datenlisten des Bonner Konzerns handele. Erst im Oktober war der Diebstahl von 17 Millionen Kundendaten von der Mobilfunksparte T-Mobile bekannt geworden.

«Zwar werden in den Listen Daten von Telekom-Kunden von Ende 2006, Anfang 2007 aufgeführt, teils aber mit anderen Kontonummern oder Geburtsdaten als bei uns verzeichnet», sagte der Sprecher. Daneben fänden sich Bankverbindungen für Kunden in den Listen des «stern», die bei der Telekom als Barzahler verzeichnet sind. «Die Listen wurden offenbar von Dritten aus verschiedenen Quellen zur missbräuchlichen Verwendung zusammengestellt.» Der Bonner Konzern will nun entsprechende rechtliche Schritte ergreifen.

Für die Telekomkunden hatte der Datendiebstahl dem «stern» zufolge bereits unangenehme Folgen. Einige Kunden hätten über illegale Abbuchungen von ihren Konten berichtet, andere erhielten Werbung oder gefälschte Post von verschiedenen Firmen. Dabei sei auch der Internetanbieter Freenet AG unangenehm aufgefallen.

Abbuchungen von Freenet

So seien unaufgeforderte Abbuchungen von Bankkonten zu Gunsten von Freenet vorgekommen. Das Unternehmen räumte ein, dass es «über eine geraume Zeit» mit unseriösen Praktiken von Vertriebspartnern zu kämpfen gehabt habe. Es seien insgesamt 30 Strafanzeigen gegen einzelne Mitarbeiter und ganze Vertriebsagenturen gestellt worden.

Telekom kommt beim Thema Datenschutz seit einiger Zeit nicht mehr aus den Schlagzeilen. Insgesamt ermitteln Staatsanwaltschaften bereits in sieben Fällen von Diebstahl von Kundendaten der Telekom. Daneben hatte die Telekom selbst in den Jahren 2005 und 2006 Verbindungsdaten überprüfen lassen, um undichte Stellen im Konzern über die Weitergabe von vertraulichen Informationen zu schließen. Neben Journalisten und Aufsichtsräten wurden auch die Verbindungsdaten von Betriebsräten, Mitarbeitern und unabhängigen Dritten ausgespäht, die nichts direkt mit dem Unternehmen zu tun haben. (dpa-AFX)

 
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