Twitter ins Auge gefasst:
Facebook wollte zwitschern
25. Nov 2008 14:17
 |  Microblogging mit Twitter | Foto: AP |
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Vor zweieinhalb Jahren gegründet, zieht der Mikroblogging-Dienst Twitter Interessenten an – auch wenn man bisher weder Umsatz noch Gewinn macht. Doch aus einem großen Kaufdeal wurde nichts.
Das US-Internetunternehmen Facebook hat Interesse an einem Kauf des Web-2.0-Dienstes Twitter gezeigt, ist bei diesem aber abgeblitzt. Das berichtet die «Financial Times». Demnach verhandelten Facebook und Twitter über eine Übernahme, doch die Gespräche scheiterten. Facebook, ein soziales Netzwerk, wollte den Kaufpreis mit eigenen Aktien bezahlen, wie ein Insider dem britischen Wirtschaftsblatt sagte.
Dabei gab es dem Bericht zufolge allerdings Uneinigkeit über die Bewertung der Anteilsscheine. Wäre der Wert angesetzt worden, der dem Microsoft-Einstieg bei Facebook zugrunde gelegt wurde, dann wäre der Twitter-Kauf mit 500 Millionen Dollar bewertet worden, hieß es. Doch Twitter-Eigner ziehen in Zweifel, ob Facebook heute noch so viel wert ist wie vor gut einem Jahr, als Microsoft 1,6 Prozent der Firma für 240 Millionen Dollar gekauft hat – damit lag der Marktwert von Facebook zum damaligen Zeitpunkt bei rund 15 Milliarden Dollar.
Twitter will unabhängig bleiben
«Legt Facebook für den Kauf von Twitter 500 Millionen Dollar in Aktien auf den Tisch, spricht man als Erstes darüber, ob diese Aktien auch 500 Millionen Dollar wert sind», formulierte Twitter-Anteilseigner Chris Sacca laut «FT» am Montag bei einem Treffen von Internet-Unternehmern in Oxford die Zweifel an der Bewertung von Facebook. Allerdings soll dem Vernehmen nach bei den Verhandlungen über eine Preisspanne gesprochen worden sein. Twitter-Mitgründer Biz Stone wollte gegenüber der «FT» zu den Gesprächen nicht Stellung nehmen, deutete aber an, dass sein Unternehmen unabhängig bleiben wolle.
Twitter ist ein so genannter Mikroblogging-Dienst, der seit 2006 existiert. User können kurze Nachrichten («Tweets») mit höchstens 140 Zeichen senden und die Nachrichten anderer Nutzer abonnieren. Als typische Web-2.0-Anwendung fand Twitter große Beachtung, allerdings verdient der Dienst bislang kein Geld und erzielt keinen Umsatz. Facebook ist nur wenig älter als Twitter: Das Kontaktnetzwerk wurde 2004 von Mark Zuckerberg an der Harvard University entwickelt, seit 2008 existiert auch eine deutsche Version.
Facebook geht gegen Spammer vor
Das soziale Netzwerk zieht angesichts hoher Nutzerzahlen aber auch Spammer an – gegen die sich Facebook jetzt erfolgreich zur Wehr gesetzt hat. Wie das Unternehmen mitteilte, erwirkte Facebook in einem Gerichtsverfahren gegen einen professionellen Versender von Spammails eine Rekordstrafe.
Das Bezirksgericht San Jose (Kalifornien) entschied demnach, dass die in Panama registrierte Firma Atlantis Blue Capital und deren Gründer Adam Guerbuez dem sozialen Netzwerk insgesamt 873 Millionen Dollar Schadenersatz zahlen müssen. Die Firma soll über vier Millionen unerwünschte Mails an die Facebook-Mitglieder verschickt haben. Facebook wertet das Urteil als großen Erfolg, der eine abschreckende Wirkung auf professionelle Spam-Versender haben dürfte. (nz/dpa)