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Aus dem Rettungspaket: 

HRE beansprucht Garantien von 20 Milliarden

21. Nov 2008 20:02
Lizenz zum Geldleihen: Die Hypo Real Estate darf nicht stürzen
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Das Fass scheint ohne Boden zu sein: Um kurzfristig fällige Schuldverschreibungen zu bedienen, braucht der taumelnde Immobilienfinanzierer weitere Hilfen des Rettungsfonds.

Der angeschlagene Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) kann zu seiner Stabilisierung auf weitere staatliche Bürgschaften über 20 Milliarden Euro zurückgreifen. Der Rettungsfonds für die Bankenbranche gewähre der Bank Garantien in diesem Umfang zur Stärkung der Liquidität, teilte die Bank am Freitagabend in München mit. Die HRE war im Zuge der Finanzkrise in eine existenzielle Notlage geraten. Sie ist deshalb auf massive Unterstützung aus dem Rettungspaket des Bundes angewiesen.

Mit den Garantien könnten kurzfristig fällige Schuldverschreibungen (Laufzeit bis 15. Januar) besichert werden, hieß es. Die Vereinbarung sei ein Ergebnis der weiter andauernden Gespräche mit dem Rettungsfonds Soffin «über die Gewährung längerfristiger und umfassender Maßnahmen zur Liquiditäts- und Kapitalunterstützung der Gruppe».

Stellenabbau noch offen

Der krisengeschüttelte Immobilienfinanzierer hatte im dritten Quartal einen Verlust von 3,1 Milliarden Euro eingefahren. Erst vor wenigen Tagen gab die Bank bekannt, dass nahezu der gesamte Aufsichtsrat ausgetauscht wird. Der neue Vorstandschef Axel Wieandt will mit einem radikalen Umbau den Konzern vor dem Untergang retten. Die Liquiditätskrise bedrohe noch immer die Existenz der Gruppe, hatte Wieandt erklärt. Die Umstrukturierung werde allen Beteiligten schwierige Entscheidungen abverlangen. Einzelheiten hatte der HRE-Chef nicht genannt und auch offengelassen, ob es zu einem Stellenabbau kommen wird.

Der Sonderfonds zur Stabilisierung der Finanzmärkte (Soffin) hatte bereits am Vortag mitgeteilt, bislang Garantien über jeweils 15 Milliarden Euro an die Hypo Real Estate und die Commerzbank gegeben zu haben. Nach Angaben eines Sprechers vom Freitag hat sich diese Summe bei der Hypo Real Estate nun auf 20 Milliarden Euro erhöht. Dabei handele es sich um kurzfristig laufende Garantien, über eine Verlängerung oder auch Ausweitung werde weiter verhandelt. Der Sonderfonds hatte Ende Oktober seine Arbeit aufgenommen und kann Garantien in Höhe von bis zu 400 Milliarden Euro herausgeben.

Ohne Garantie wären Anleihen teurer

Mit den Garantien der Soffin können die Banken sich zu deutlich niedrigeren Kosten frisches Geld am Kapitalmarkt besorgen. Zwar muss die Hypo Real Estate nach eigenen Angaben zum Beispiel 1,5 Prozent des genutzten Garantievolumens als Gebühr an die Soffin zahlen, der Zinssatz der von ihr herausgegebenen und so versicherten Anleihen liegt aber deutlich niedriger, als wenn die Bank Anleihen ohne Garantie verkaufen wollte. Derzeit gelten die Märkte für ungesicherte Anleihen der Banken als weitgehend ausgetrocknet. Dadurch werden vor allem nur noch Anleihen der öffentlichen Hand, der staatlichen KfW-Bankengruppe oder von der SoFFin versicherte Papiere gekauft. (dpa)

 
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