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180 Werke betroffen: 

Krise erschüttert BASF

19. Nov 2008 14:48
Bald auf Kurzarbeit? Laborantin bei BASF
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Die Probleme der Automobilindustrie greifen auf andere Branchen über: Wegen stornierter Aufträge legt der deutsche Chemieriese 80 Produktionsstätten still, in weiteren 100 wird die Produktion gedrosselt.

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF wird weltweit rund 80 seiner Produktionsanlagen vorübergehend stilllegen. In gut 100 Anlagen wird die Produktion gedrosselt. Das teilte der Konzern am Mittwoch in Ludwigshafen mit. Grund sei der massive Nachfragerückgang. Vor allem Kunden aus der Autoindustrie hätten Aufträge kurzfristig storniert. Deshalb werde BASF im laufenden Jahr das Vorjahresergebnis nicht erreichen, erklärte Vorstandschef Jürgen Hambrecht.

Weltweit seien von den Maßnahmen 20.000 Mitarbeiter - davon 5000 im Stammwerk Ludwigshafen - von den Produktionsanpassungen betroffen. Betroffen seien vorwiegend die Betriebe, die für die Abnehmerbranchen Automobil, Bau und Textil produzierten.

Betriebsrat hat schon zugestimmt

Sollte die Nachfrageschwäche anhalten, sei Kurzarbeit in Ludwigshafen nicht ausgeschlossen. «Wenn immer möglich, werden dabei flexible Arbeitszeitinstrumente eingesetzt», hieß es in der Mitteilung. In Ludwigshafen habe BASF bereits eine Betriebsvereinbarung mit dem Betriebsrat geschlossen, nach der Produktionsanpassungen über die flexible Handhabung von Arbeitszeitinstrumenten wie Zeitguthaben und Urlaub aufgefangen werden sollen.

Die BASF-Aktie brach nach der Mitteilung ein und fiel in Richtung ihres vor kurzem erreichten Mehrjahrestiefs, auch wenn zahlreiche Experten mit diesem Schritt bereits nach den vorsichtigen Aussagen von Ende Oktober gerechnet hatten. Zuletzt sank das Papier um 14,67 Prozent auf 21,70 Euro.

Entwicklung in 2009 «schwer einschätzbar»

Für mittelfristige Entwicklungen wollte das Unternehmen keine Einschätzung abgeben. BASF-Chef Jürgen Hambrecht zeigte sich trotzdem zuversichtlich: «In der jetzigen, schwierigen Situation zeigt sich die Stärke unseres besser balancierten Portfolios. Zudem sind wir solide finanziert.» Dennoch sei die Entwicklung im nächsten Jahr sei schwer einschätzbar. Seit Ende Oktober habe sich die Nachfrage der BASF-Kunden in wichtigen Märkten «nochmals deutlich verschlechtert». Die BASF richte sich auf harte Zeiten ein.

Das Unternehmen hatte erst Ende Oktober die Erwartung für den Gewinn im laufenden Jahr gesenkt und dabei einen Gewinn auf Vorjahreshöhe in Aussicht gestellt. Zur Ende Oktober geäußerten Prognose, den Umsatz 2008 steigern zu wollen, äußerte sich BASF am Mittwoch auch auf Nachfrage nicht.
Stattdessen hieß es, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) vor Sondereinflüssen des Vorjahres in Höhe von 7,6 Milliarden Euro werde 2008 nicht erreicht. Im vergangenen Jahr hatte BASF knapp 58 Milliarden Euro umgesetzt. (nz/dpa/AP)

 
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