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Wirtschaft pessimistisch: 

Mittelstand gerät in Strudel der Finanzkrise

19. Nov 2008 11:27
Auch in mittelständischen Unternehmen sind wieder Jobs gefährdet
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Düstere Stimmung bei deutschen Kleinunternehmern: Viele erwarten Umsatzverluste im kommenden Jahr. Dabei fallen die Einschätzungen je nach Branche unterschiedlich aus.

Die weltweite Finanzkrise erfasst zunehmend den bisher robusten deutschen Mittelstand. Besonders schlecht sind laut einer Umfrage die Perspektiven für die Unternehmen der Autobranche. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) dieser Firmen rechnet mit Personalkürzungen und knapp jedes zweite Unternehmen kalkuliert für 2009 Umsatzverluste ein, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Befragung der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hervorgeht.

Ingesamt erwarten zwei Drittel der Mittelständler laut der Umfrage für das kommende Jahr stagnierende oder sinkende Umsätze. Damit werden die Folgen der Finanzkrise deutlich gravierender eingeschätzt als noch vor einem halben Jahr. Damals sahen sich 54 Prozent der Befragten überhaupt nicht von den Turbulenzen betroffen, heute sagen dies nur noch 28 Prozent. Insgesamt befürchtet etwa jeder sechste mittelständische Betrieb (15 Prozent) in den kommenden zwölf Monaten einen Personalabbau, im März 2008 waren es gerade einmal 4 Prozent.

Sinkende Investitionen

Die eingetrübten Geschäftserwartungen schlagen sich auch in der Investitionsplanung nieder. 44 Prozent der Mittelständler wollen geplante Investitionen vorerst aussetzen. Auch die Kapitalausstattung der Firmen gerät zunehmend in Mitleidenschaft. Knapp jeder zweite Befragte geht davon aus, dass er sein Finanzierungskonzept in den kommenden zwölf Monaten überdenken muss. Im März war jedes fünfte Unternehmen dieser Ansicht.

«Von einer allgemeinen Kreditklemme kann im Mittelstand zwar noch keine Rede sein. Allerdings zeigt die Umfrage, dass die Banken beginnen, kleinere Unternehmen mit überschaubarem Finanzbedarf und transparenteren Risiken zu bevorzugen», erklärte PwC-Vorstandsmitglied Norbert Winkeljohann.

Baubranche trotzt bisher der Krise

Besonders hart getroffen von der Finanzkrise sind den Angaben zufolge die Mittelständler der Autobranche. Drei von vier Befragten berichteten über Auftragsrückgänge, und zwei von drei Betrieben hätten ihre Geschäftsprognosen für 2009 gesenkt. Geringer ist der Maschinen- und Anlagenbau betroffen: Hier berichteten 46 Prozent der Unternehmen von sinkenden Bestellungen, 36 Prozent senkten ihre Planziele für das kommende Jahr.

Vergleichsweise robust zeigt sich das Baugewerbe. Nur jeder vierte Mittelständler erwartet hier eine schwächere Entwicklung im Jahr 2009. Auftragsrückgänge melden erst 15 Prozent der befragten Bauunternehmen. Das Krisenmanagement von Kanzleramt und Finanzministerium bewerten gut zwei von drei mittelständischen Unternehmen positiv. Das gilt insbesondere für die Stabilisierung des Bankensystems.

Ein staatliches Investitionsprogramm befürworten demgegenüber nur 39 Prozent der Befragten, während dies 32 Prozent ablehnen und weitere 28 Prozent dem Thema unentschieden gegenüber stehen. Allgemeine Steuererleichterungen würden demgegenüber 74 Prozent begrüßen. Gezielte Investitionsanreize für Unternehmen, beispielsweise zur Einhaltung höherer Umweltstandards, halten 67 Prozent der Betriebe für sinnvoll. (AP)

 
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