Ölpreis fällt: 

netzeitung.deBenzin so billig wie seit drei Jahren nicht

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Ein Bild vergangener Zeiten: Spritpreise von über 1,50 Euro (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ein Bild vergangener Zeiten: Spritpreise von über 1,50 Euro
Foto: AP
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Der Finanzgipfel hat die Händler an den Rohstoffbörsen nicht beruhigt. Öl ist deshalb immer günstiger zu haben. Damit zahlen auch Autofahrer an den Tankstellen extrem niedrige Preise.

Nach dem Weltfinanzgipfel hat die Angst vor einem dramatischen Konjunkturabschwung den Ölpreis fallen lassen – und Benzin ist so preiswert wie zuletzt vor dreieinhalb Jahren. Am Montag kostete ein Liter Benzin im bundesweiten Durchschnitt weniger als 1,19 Euro, teilte der Branchenführer Aral am Montag in Bochum mit. Diesel war mit knapp 1,18 Euro lediglich einen Cent billiger. Damit sei der Benzinpreis auf das Niveau vom Mai 2005 gefallen, sagte ein Unternehmenssprecher.

Der Preis für ein Barrel Rohöl ist innerhalb weniger Monate von seinem Rekordstand von fast 150 Dollar Anfang Juli bis auf nun etwas mehr als 50 Dollar abgestürzt. Ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) kostete am Montag 56,41 Dollar und damit 1,19 Dollar weniger als am Freitag. Auch an der Rohstoffbörse in London sank der Preis für Rohöl deutlich.

Ein Fass der Nordseesorte Brent gab hier um 1,03 Dollar auf 55,23 Dollar nach. Die Opec senkte angesichts der sich weltweit abschwächenden Konjunktur erneut ihre Prognose für den Rohölverbrauch im kommenden Jahr.

Aus Sorge günstig
Auch der Preis für Heizöl ist erstmals seit einem Jahr im Durchschnitt von 14 großen deutschen Städten wieder unter 70 Euro (für 100 Liter) gefallen, meldet der Energie-Informationsdienst EID. Die zuletzt sehr starke Nachfrage habe sich nach Angaben von Händlern wieder etwas beruhigt. Dennoch müssen die Heizöl-Käufer oft mit Wartezeiten rechnen, ehe sie beliefert werden. Der Heizöl-Boom ist darauf zurückzuführen, dass viele Kunden sich in der Phase des teuren Öls mit Käufen zurückhielten und nun ihre leeren Tanks füllen müssen.

Den günstigeren Ölpreis begründeten Händler mit der Sorge vor einem weiteren Abflauen der Weltwirtschaft und einem damit verbundenen Rückgang der Nachfrage nach Rohöl. Die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) hätten sich zwar auf eine umfassende Reform des globalen Finanzsystems geeinigt, hieß es. Aber es gebe kein gemeinsames Konzept im Kampf gegen den globalen Konjunkturabschwung. Die einzelnen Regierungen seien bei der Bekämpfung der schlimmsten Krise seit den 1980er Jahren mehr oder weniger auf sich alleine gestellt.

Keine Stimmungsaufhellung nach Gipfel
«Der Finanzgipfel der G20-Staaten brachte keine konkreten Maßnahmen gegen die Finanz- und Wirtschaftskrise und konnte daher nicht zu einer Stimmungsaufhellung an den Märkten beitragen», sagte der Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank. Vielmehr seien die schlechten Konjunkturdaten aus den USA das alles beherrschende Thema bei den Investoren. So hätten zuletzt die Einzelhandelsumsätze in der größten Volkswirtschaft der Welt enttäuscht und die Konjunktursorgen an den Ölmärkten verstärkt.

Wegen des massiven Preisverfalls für Öl in den vergangenen Wochen werden sich die Ölminister der 13 Mitgliedsländer der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) am 29. November in Kairo treffen, um über eine weitere Drosselung ihrer Ölförderung zu sprechen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats wird der Ölverbrauch im kommenden Jahr weltweit nur noch um 0,57 Prozent auf 86,68 Millionen Barrel pro Tag steigen, das sind 530 000 Barrel pro Tag weniger als die Opec noch im Oktober geschätzt hatte.

Die Opec-Ölminister hatten bereits am 24. Oktober die Förderquoten wegen des starken Preisverfalls bei Rohöl um 1,5 Millionen Barrel täglich gedrosselt. Die 13 Opec-Länder decken etwa 40 Prozent des weltweiten Ölverbrauchs ab. (dpa)