Antwort auf Krise: 

netzeitung.deIG Metall stellt Lohnverzicht bei Opel in Aussicht

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Arbeiten für immer weniger Geld: Realität bei Opel (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Arbeiten für immer weniger Geld: Realität bei Opel
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Immer wieder haben Opel-Beschäftigte in den vergangenen Jahren Lohnverluste hingenommen. Nun spricht die IG Metall erneut von Verzicht. Unterdessen verlangen weitere Branchen Staatshilfe.

Die Unternehmensführung hat noch gar nicht davon gesprochen, da unterbreitet die IG Metall bereits den Vorschlag: Die Gewerkschaft schließt einen Lohnverzicht für Beschäftigte des angeschlagenen Autoherstellers Opel nicht aus.

Die Belegschaft müsse zu einem neuen Konzept beitragen, sagte Armin Schild, Bezirksleiter der IG Metall Frankfurt, dem Deutschlandradio Kultur am Montag. Das bedeute möglicherweise weitere Lohnverluste einer Belegschaft, die wie keine andere in den vergangenen Jahren verzichtet habe.

Aber auch die Politik müsse Opel aus der Krise helfen, forderte Schild. Man müsse verhindern, dass wegen Problemen beim Mutterkonzern General Motors ein eigentlich gut aufgestelltes Unternehmen kaputt gehe und Arbeitsplätze bei Opel und den Zulieferern abgebaut würden. Bedingung für die Hilfe müssten ein Sitz für den Staat und ein Sitz für die Belegschaft zur Beaufsichtigung ihrer eingebrachten Mittel im Aufsichtsrat sein, sagte Schild laut dem Sender. Zudem stelle sich in den vergangenen Wochen mehr als zuvor die Frage, ob Opel mit einer anderen Mutter oder allein nicht besser fahren würde als mit GM, sagte Schild.

Die Krise ruft auch Branchenverwandte auf den Plan: Der thüringische Zulieferer-Verband Automotive forderte einen Sicherungsfonds. Angesichts des Opel-Krisengipfels in Berlin sagte Verbandschef Michael Militzer der in Erfurt erscheinenden «Thüringer Allgemeine», es könne keine einseitige Förderung für Autohersteller geben. «Die ganze Branche ist in der Krise», so der Automotive-Vorstandsvorsitzende. Speziell für die deutschen Zulieferer müsse ein umfassendes Hilfspaket beispielsweise aus Bürgschaften, Zinsverbilligungen und Abschreibungsverlagerungen geschnürt werden.

Um den Fall Opel entwickelt sich aber auch immer mehr eine Grundsatz-Diskussion über die Unterstützung für die Autoindustrie und andere Branchen in der sich ausbreitenden Rezession. Die Bundesregierung will verhindern, dass mit möglichen Staatshilfen für den Autobauer ein Präzedenzfall für andere Unternehmen geschaffen wird. Berlin wolle zwar alles Notwendige tun, um Opel zu helfen, müsse aber die Vorgaben des europäischen Wettbewerbs- und Beihilferechts beachten, betonte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm.

Ob und wie
Am Nachmittag wollte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin mit dem Opel-Management und -Betriebsrat treffen. Opel hatte Bund und Länder um eine Bürgschaft von einer Milliarde Euro gebeten. Nach Darstellung des Unternehmens ist dies eine Vorsorge für den Fall, dass der schwer angeschlagene US-Mutterkonzern General Motors (GM) in den USA Insolvenz anmelden muss. Deutsche Politiker und Autoexperten betonen auch, dass bei eventuellen Bürgschaften sichergestellt werden müsse, dass die Mittel nicht in den Kassen von General Motors landen. Nach Einschätzung von Experten sind neben den knapp 25.700 Arbeitsplätzen bei Opel mindestens 50.000 weitere Jobs bei Zulieferern bedroht.

Unterschiedliche Einschätzungen gibt es darüber, ob und wie Opel gerettet werden kann. Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer betonte, auch die US-Mutter müsse Staatshilfen bekommen und Opel am besten von dem US-Unternehmen losgelöst werden. Auch ohne die Probleme von GM berge Opel erhebliche Risiken wie einen ungünstigen Produktmix und zu hohe Kapazitäten.

Die Demokraten brachten in den US-Kongress am Montag einen Gesetzentwurf ein, der den amerikanischen Autoherstellern Zugang zum 700 Milliarden Dollar schweren Rettungspaket für die Finanzbranche öffnen soll. Die Republikaner sind allerdings gegen diesen Plan und könnten ihn im Kongress stoppen. Die EU-Kommission teilte am Montag mit, sie sei bisher nicht über eine mögliche deutsche Hilfen für Opel informiert worden. (nz/dpa/AP)