Antwort auf Krise:
IG Metall stellt Lohnverzicht bei Opel in Aussicht
17.11.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die Krise ruft auch Branchenverwandte auf den Plan: Der thüringische Zulieferer-Verband Automotive forderte einen Sicherungsfonds. Angesichts des Opel-Krisengipfels in Berlin sagte Verbandschef Michael Militzer der in Erfurt erscheinenden «Thüringer Allgemeine», es könne keine einseitige Förderung für Autohersteller geben. «Die ganze Branche ist in der Krise», so der Automotive-Vorstandsvorsitzende. Speziell für die deutschen Zulieferer müsse ein umfassendes Hilfspaket beispielsweise aus Bürgschaften, Zinsverbilligungen und Abschreibungsverlagerungen geschnürt werden.
Um den Fall Opel entwickelt sich aber auch immer mehr eine Grundsatz-Diskussion über die Unterstützung für die Autoindustrie und andere Branchen in der sich ausbreitenden Rezession. Die Bundesregierung will verhindern, dass mit möglichen Staatshilfen für den Autobauer ein Präzedenzfall für andere Unternehmen geschaffen wird. Berlin wolle zwar alles Notwendige tun, um Opel zu helfen, müsse aber die Vorgaben des europäischen Wettbewerbs- und Beihilferechts beachten, betonte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm.
Unterschiedliche Einschätzungen gibt es darüber, ob und wie Opel gerettet werden kann. Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer betonte, auch die US-Mutter müsse Staatshilfen bekommen und Opel am besten von dem US-Unternehmen losgelöst werden. Auch ohne die Probleme von GM berge Opel erhebliche Risiken wie einen ungünstigen Produktmix und zu hohe Kapazitäten.
Die Demokraten brachten in den US-Kongress am Montag einen Gesetzentwurf ein, der den amerikanischen Autoherstellern Zugang zum 700 Milliarden Dollar schweren Rettungspaket für die Finanzbranche öffnen soll. Die Republikaner sind allerdings gegen diesen Plan und könnten ihn im Kongress stoppen. Die EU-Kommission teilte am Montag mit, sie sei bisher nicht über eine mögliche deutsche Hilfen für Opel informiert worden. (nz/dpa/AP)

