Krise bei Opel, Absatzeinbruch bei Daimler:
Politiker eilen Autobauern zu Hilfe
15.11.2008
Herausgeber: netzeitung.de
«Das wir uns um dieses Thema kümmern ist richtig», sagte Steinbrück am Rande des G-20-Gipfels. Gleichzeitig kritisierte er, dass einzelne Länder bereits mit Zusagen vorgeprescht sind. «Das erleichtert die Gespräche nicht», sagte er.
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) bezifferte das Bürgschaftsvolumen für Opel auf etwa eine Milliarde Euro. Sein Land hat sich bereit erklärt, eine Bürgschaft für das angeschlagene Unternehmen mitzutragen. «Wir werden alles tun, um die deutschen Standorte zu sichern und die Interessen der Arbeitnehmer zu wahren», teilte Beck mit.
Auch den Automobilzulieferern will man in Hessen mit Bürgschaften helfen. «Wir wollen den Unternehmen - vor allem den kleineren und mittelständischen Firmen - passgenaue Angebote machen, damit Arbeitsplätze in Hessen erhalten werden und es bald wieder aufwärtsgeht», sagte der hesssiche Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) am Samstag in Wiesbaden. Daran werde mit Hochdruck gearbeitet. Bei einem Treffen am vergangenen Donnerstag hätten Vertreter betroffener Firmen über teilweise dramatische Auftragseinbrüche bis zu 40 Prozent geklagt und die Notwendigkeit von Liquiditätshilfen und der Förderung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten betont.
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers bot indes weitere Gelder an und hat der deutschen Autoindustrie über den Fall Opel hinaus Hilfen in Aussicht gestellt. «Mit den Bürgschaften für Opel haben wir einen ersten Schritt getan», sagte der stellvertretende CDU-Vorsitzende der «Bild am Sonntag». «Wir müssen der deutschen Autoindustrie helfen. Sie baut die besten Autos der Welt.» Rüttgers reagierte damit auf Berichte, dass bei Daimler Benz Kurzarbeit und bei anderen Herstellern Zwangsurlaub drohen soll.
Wenn dieser Fall eintritt, wird das Unternehmen einige Kreditgeber nicht mehr bezahlen können. Diese wiederum könnten dann versuchen, sich den Zugriff auf einzelne Vermögensanteile zu sichern oder den Konzern zu einem Insolvenzantrag zu treiben. Im schlimmsten Fall könnten Zulieferbetriebe ihre Lieferungen an GM stoppen, wenn sie nicht bar bezahlt würden. Ohne Teile kann GM keine Wagen bauen, kein Geld einnehmen und seine Gläubiger bezahlen. (nz/dpa/AP)

