Krise bei Opel, Absatzeinbruch bei Daimler: 

netzeitung.dePolitiker eilen Autobauern zu Hilfe

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Steinbrück will Opel-Vetreter treffen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Steinbrück will Opel-Vetreter treffen
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Mit großzügigen Hilfsangeboten reagieren Politiker auf die Krise in der Autoindustrie. Finanzminister Steinbrück und Kanzlerkandidat Steinmeier werden sich mit Opel-Vetretern treffen, CDU-Spitzen bieten weitere Gelder an.

Nach dem Hilferuf von des deutschen Automobilkonzerns Opel werden Bund und Länder am kommenden Dienstag über mögliche Hilfen für den angeschlagenen Autobauer beraten. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück bestätigte, dass er zu einem solchen Treffen eingeladen habe. Schon am Montag will SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier mit Arbeitnehmervertretern über Maßnahmen zur Linderung der drohenden Rezession diskutieren.

«Das wir uns um dieses Thema kümmern ist richtig», sagte Steinbrück am Rande des G-20-Gipfels. Gleichzeitig kritisierte er, dass einzelne Länder bereits mit Zusagen vorgeprescht sind. «Das erleichtert die Gespräche nicht», sagte er.

Sein Parteikollege Steinmeier will sich am Montag mit den Gesamtbetriebsräten der deutschen Autohersteller zu einer Krisensitzung treffen. Steinmeier habe die Vorsitzenden der Gesamtbetriebsräte ins Auswärtige Amt eingeladen, bestätigte am Samstag ein Sprecher von Steinmeier. Mit am Tisch sollen Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) und IG-Metall-Chef Berthold Huber sitzen.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) bezifferte das Bürgschaftsvolumen für Opel auf etwa eine Milliarde Euro. Sein Land hat sich bereit erklärt, eine Bürgschaft für das angeschlagene Unternehmen mitzutragen. «Wir werden alles tun, um die deutschen Standorte zu sichern und die Interessen der Arbeitnehmer zu wahren», teilte Beck mit.

Hessen bietet Garantien in Höhe von 500 Millionen
Der hessische Regierungschef Koch (CDU) bot ebenfalls eine Verteilung der Lasten an.
Er schlug vor, dass der Bund von der notwendigen Milliardenbürgschaft für Opel zwei Drittel übernimmt, die betroffenen vier Länder das restliche Drittel: «Ich unterstelle, dass es da niemand gibt, der nicht helfen will», sagte Koch. Das Land Hessen stellte Garantien in Höhe von 500 Millionen Euro für Opel und seine Zulieferer in Aussicht. Allein in Hessen gibt es 1600 Opel-Zulieferer mit insgesamt 50.000 Mitarbeitern.

Auch den Automobilzulieferern will man in Hessen mit Bürgschaften helfen. «Wir wollen den Unternehmen - vor allem den kleineren und mittelständischen Firmen - passgenaue Angebote machen, damit Arbeitsplätze in Hessen erhalten werden und es bald wieder aufwärtsgeht», sagte der hesssiche Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) am Samstag in Wiesbaden. Daran werde mit Hochdruck gearbeitet. Bei einem Treffen am vergangenen Donnerstag hätten Vertreter betroffener Firmen über teilweise dramatische Auftragseinbrüche bis zu 40 Prozent geklagt und die Notwendigkeit von Liquiditätshilfen und der Förderung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten betont.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers bot indes weitere Gelder an und hat der deutschen Autoindustrie über den Fall Opel hinaus Hilfen in Aussicht gestellt. «Mit den Bürgschaften für Opel haben wir einen ersten Schritt getan», sagte der stellvertretende CDU-Vorsitzende der «Bild am Sonntag». «Wir müssen der deutschen Autoindustrie helfen. Sie baut die besten Autos der Welt.» Rüttgers reagierte damit auf Berichte, dass bei Daimler Benz Kurzarbeit und bei anderen Herstellern Zwangsurlaub drohen soll.

GM zum Jahresende nicht mehr liquide?
Opel hat angesichts eines Finanzlochs von schätzungsweise einer Milliarde Euro nach Hilfe vom Staat gerufen. Das Traditionsunternehmen braucht wegen eines Absatzeinbruchs und der dramatischen Krise bei der Konzernmutter General Motors eine Bürgschaft von Bund und Ländern. Der größte amerikanische Autokonzern verfügte nach eigenen Angaben Ende September nur noch über 16,2 Milliarden Dollar Liquidität. Daher erscheint es möglich, dass GM bis zum Ende des Jahre unter das Minimum von 11 bis 14 Milliarden Dollar fällt, das zur Aufrechterhaltung des operativen Geschäfts nötig ist.

Wenn dieser Fall eintritt, wird das Unternehmen einige Kreditgeber nicht mehr bezahlen können. Diese wiederum könnten dann versuchen, sich den Zugriff auf einzelne Vermögensanteile zu sichern oder den Konzern zu einem Insolvenzantrag zu treiben. Im schlimmsten Fall könnten Zulieferbetriebe ihre Lieferungen an GM stoppen, wenn sie nicht bar bezahlt würden. Ohne Teile kann GM keine Wagen bauen, kein Geld einnehmen und seine Gläubiger bezahlen. (nz/dpa/AP)