Übernahme auf dem Luftverkehrmarkt: 

netzeitung.deLufthansa steht kurz vor Einstieg bei Austrian

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Lufthansa: Einziger Bieter für Austrian Airlines (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Lufthansa: Einziger Bieter für Austrian Airlines
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Von drei Interessenten an der angeschlagenen österreichischen Airline ist einer zum Bieter geworden. Vor Weihnachten soll der Einstieg besiegelt sein. Ein Problem: Die EU hat ein Auge auf das Geschäft geworfen.

Die Deutsche Lufthansa steht kurz vor dem Zuschlag für die österreichische Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA). Die zuständige staatliche Beteiligungsgesellschaft ÖIAG teilte mit, sie führe «ab sofort nur mehr mit Lufthansa abschließende Gespräche».
Der Vorstand der Gesellschaft, Peter Michaelis, sagte, die Staatsholding setze alles daran, das Geschäft nun rasch zu besiegeln. «Ich erwarte einen Vertragsabschluss innerhalb eines Monats.« Dann könnten in der nächsten Aufsichtsratssitzung der ÖIAG am 5. Dezember die erforderlichen Beschlüsse gefasst werden, sagte der Chef der Privatisierungsgesellschaft des Staates.
Keine weiteren Interessenten mehr im Bieterprozess
Die Beteiligungsgesellschaft in Staatshand teilte weiter mit, die beiden anderen Interessenten, Air France-KLM und die russische Fluggesellschaft S7, seien nicht mehr im Bieterprozess. Ein Lufthansa-Sprecher sagte zu den Meldungen: «Gemäß der Regel des Verfahrens kommentiert die Lufthansa diese Meldung nicht.»

Laut Michaelis sollen in den Gesprächen mit der deutschen Nummer eins nun die Möglichkeiten einer EU-konformen Umsetzung »der von der Lufthansa geforderten teilweisen Übernahme der Lasten der AUA evaluiert« werden. Gleichzeitig würden die Vertragsdetails ausgearbeitet.

Wien soll Schulden der Airline übernehmen
Die deutsche Fluggesellschaft ist bereit, die Austria-Fluglinie zu einem eher symbolischen Preis zu erwerben. Der österreichische Staat soll zudem einen großen Teil der Schulden übernehmen. Dazu hatte sich die Regierung in Wien Ende Oktober bereiterklärt. Die Forderung nach Schuldenübernahmen hat die EU-Kommission auf den Plan gerufen.

Die Brüsseler Behörde forderte Österreich indirekt auf, Informationen zur Frage der Lastenübernahme zu übermitteln. Michaelis erwartet aber nach eigenen Angaben keinen Einspruch der EU-Kommission.

Geplante Schuldenübernahme ruft EU auf den Plan
Offenbar ist diese Frage aber ein zentrales Problem in der Kaufabwicklung. Michaelis sagte, in den Gesprächen mit den Lufthanseaten würde nach Möglichkeiten einer EU-konformen Abwicklung der Lasten-Übernahme gesucht. Gleichzeitig würden die Vertragsdetails ausgearbeitet.

Die Lufthansa will offenbar den staatlichen Anteil von knapp 42 Prozent an der AUA sowie weitere Aktien im Streubesitz kaufen. Insgesamt strebt die Lufthansa wohl einen Anteil im Umfang des aktuellen Staatsbesitzes an. Da Österreich aber eine Sperrminorität an Aktien selbst behalten will, müsste die Lufthansa Papiere von anderen AUA-Aktionären zukaufen.

Keine Standortgarantie
Der Arbeitnehmer-Vertreter im Privatisierungsausschuss der ÖIAG zum AUA-Verkauf, Michael Kolek, sagte, es gebe mit der Lufthansa nur einen Bieter. Zwar habe es noch diese Woche Gespräche mit Air France gegeben. «Aber am Ende gab es kein verbindliches Angebot», sagte der Obmann des Zentralbetriebsrats der Telekom Austria in dem Ausschuss.

Auf die Frage nach Arbeitsplatz- oder Standortgarantien meinte Kolek, die Lufthansa habe erklärt, man wolle gemeinsam wachsen. Da gebe es noch Detailverhandlungen.

Die Lufthansa hatte ihr Angebot für die Übernahme der mit fast einer Milliarde Euro verschuldeten AUA bis zum 3. Dezember befristet. Ohne eine Übernahme durch einen größeren Partner wäre AUA nach Expertenmeinung nicht überlebensfähig. Selbst bei einer Übernahme durch die Lufthansa müsse mit einem Abbau von rund 2000 der insgesamt etwa 8000 Stellen gerechnet werden. (dpa/AP)