12.11.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Verlust hat einen Namen: Hypo Real Estate
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die fetten Jahre sind vorbei: Die Hypo Real Estate schreibt nach Gewinnen im Vorjahr dunkelrote Zahlen. Der hohe Verlust überrascht selbst Experten. Die Gründe für das Minus sind vielfältig.
Der angeschlagene Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) ist im dritten Quartal wegen einer Abschreibung auf die Tochter Depfa und weiterer Sonderbelastungen tiefer in die roten Zahlen gerutscht als von Experten erwartet. Vor Steuern sei ein Verlust von rund 3,1 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 237 Millionen Euro im Vorjahr angefallen, teilte die im Dax notierte Bank am Mittwoch in München mit.
Auf den im Jahr 2007 für rund fünf Milliarden Euro übernommenen irischen Staatsfinanzierer Depfa musste die HRE rund 2,5 Milliarden Euro abschreiben. Zudem musste die Hypo Real Estate wegen des Zusammenbruchs von Lehman Brothers, der Situation in Island, einer erneuten Abschreibung auf die Beteiligung an Babcock & Brown sowie weiterer Wertverluste bei spekulativen Wertpapieren Belastungen von 600 Millionen Euro verbuchen.
Zudem seien mit Blick auf die Verschlechterung der Immobilienmärkte die Portfolio-Wertberichtigungen um rund 100 Millionen Euro erhöht worden. Die Kernkapitalquote der Hypo Real Estate Group betrug den Angaben zufolge Ende September 6,8 Prozent nach 8,2 Prozent Ende Juni. Die Bank verschob zudem die Veröffentlichung des kompletten Quartalsbericht vom heutigen Mittwoch auf den kommenden Montag (17. November).
Auch im vierten Quartal 2008 und im kommenden Jahr rechnet der Immobilienfinanzierer mit weiteren Ergebnisbelastungen. Als Grund nannte HRE die Kosten für die Überbrückungskredite der Bundesbank, die 50 Milliarden Euro hohe Kreditlinie eines Finanzkonsortiums und der Bundesbank, die teilweise vom Bund garantiert wird, sowie Liquiditäts- und Kapitalhilfen aus dem Rettungsschirm der Regierung. Die Hypo Real Estate rechnet zudem mit Aufwendungen für den Konzernumbau in noch nicht genannter Höhe. Außerdem bleibe das Marktumfeld schwierig. (dpa)