Neuer Bahn-Skandal: 

netzeitung.deSchaffnerin gnadenlos gegen Schülerin

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Die harte Linie: Kein Zug fährt für Schüler ohne gültigen Fahrausweis (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die harte Linie: Kein Zug fährt für Schüler ohne gültigen Fahrausweis
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In Berlin hat eine 14-Jährige den Zug verlassen müssen, weil sie keinen gültigen Fahrausweis besaß. Dabei sollte nach den jüngsten Vorfällen eigentlich klar sein, dass Schaffner Minderjährige gar nicht an die Luft setzen dürfen.

Zum dritten Mal seit Mitte Oktober ist einem Zeitungsbericht zufolge ein Kind im öffentlichen Nahverkehr aus einem Zug der Deutschen Bahn AG gewiesen worden. Das Mädchen habe zwar einen Fahrschein gehabt, das Ticket sei aber erst später gültig gewesen, berichtet die «Berliner Zeitung». Die Schaffnerin habe die 14-Jährige, die von Berlin-Spandau aus unterwegs zur Schule in Berlin-Albrechtshof war, des Zuges verwiesen. Die Mutter holte ihre Tochter dann mit dem Auto ab und brachte sie zur Schule. Ein Bahnsprecher in Berlin wollte sich ohne nähere Prüfung nicht zu dem Vorfall äußern.

Nach den vergangenen beiden Fällen müsse jeder Kundenbetreuer im Nahverkehr eine Dienstanweisung bestätigen, wonach Minderjährige nicht aus Zügen verwiesen werden dürfen, sagte der Bahnsprecher. Wer dagegen verstoße, müsse mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen.
Zu Fuß nach Hause
Erst vergangene Woche war eine 13-Jährige ohne Fahrkarte im brandenburgischen Wittstock aus einem Zug gewiesen worden. Die Polizei in Neuruppin prüft hier eine Strafanzeige. Mitte Oktober hatte es einen ähnlichen Fall in Mecklenburg-Vorpommern gegeben. Eine Zwölfjährige hatte dort zu Fuß nach Hause laufen müssen. In beiden Fällen wurde die Verantwortlichen, ein Schaffner und eine Schaffnerin, vorläufig vom Dienst suspendiert.

Der zweite Fall innerhalb weniger Wochen hatte für Wirbel gesorgt. Die Minderjährige musste am Mittwoch aus einem Regionalzug aussteigen, weil sie weder Fahrkarte noch Geld oder Handy für einen Anruf zu Hause hatte. Der Schaffner hatte sich auch nicht von den Tränen des Mädchens erweichen lassen. Ein hilfsbereiter Taxifahrer brachte das Mädchen schließlich in seinen Heimatort Neuruppin. Bereits im Oktober hatte eine Schaffnerin in Mecklenburg-Vorpommern ein Mädchen aus ähnlichen Gründen aus dem Zug gesetzt. Der Fahrgastverband «Pro Bahn» kritisierte den erneuten Rauswurf scharf.
Minderjährige sind Schutzbefohlene der Bahn
Laut Auskunft der Bahn dürfen Minderjährige nicht zum Aussteigen aus dem Zug gezwungen werden. Kinder ohne Begleitperson seien Schutzbefohlene des Zugbegleiters. Die Bahn habe sich bei der Familie entschuldigt. Dem Schaffner drohen interne Sanktionen, hieß es. Zu einer eventuellen Wiedergutmachung für das Mädchen machte der Bahnsprecher am Montag keine Angaben. (dpa)