11.11.2008
Herausgeber: netzeitung.de
In Schieflage: Opel
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der Hilferuf von Opel ist gehört worden. Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD Wend kündigte Hilfe an - aber eher für die Zuliefererbetriebe. Dem Mutterkonzern GM geht das Geld aus, die Aktie ist kaum noch etwas wert.
Die SPD hat den Zulieferbetrieben von Opel angesichts der Finanzkrise Hilfen in Aussicht gestellt. «Das sind die Sorgenkinder», sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD, Rainer Wend, am Dienstag im ARD-Morgenmagazin. Ihnen müsse unter anderem über Kreditprogramme geholfen werden. Am Montag hatten die Opel-Chefetage und der Betriebsrat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) um Hilfe gebeten.
In Deutschland müsse sich die Regierung um die Zulieferbetriebe kümmern, sagte Wend. Es gehe nicht darum, mit deutschen Steuermitteln eine Stabilisierung des amerikanischen Konzerns General Motors zu erreichen. Das müssten die Amerikaner selbst tun. Wend warnte vor übersteigerten Erwartungen. Die Regierung könne nicht in vollem Umfang erfüllen, «was Opel von uns erwartet».
Opel schlägt vor, die Europäische Investitionsbank (EIB) solle ein Kreditprogramm in Höhe von 40 Milliarden Euro auflegen, um den schleppenden Absatz von Neuwagen zu fördern. Konkret plädiert der Autobauer für zinsgünstige Verbraucherkredite und eine Verschrottungsprämie für über zehn Jahre alte Autos.
Kursziel 0Der krisengeschüttelte Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) hat seinen Managern in Europa Berichten zufolge einen deutlichen Sparkurs auferlegt und verlangt, dass GM Europa nächstes Jahr 750 Millionen Dollar (590 Millionen Euro) einspart. Von den rund 55.000 Beschäftigten in Europa verlange der Konzern eine Nullrunde, zitiert das «Handelsblatt» aus einer internen Mitarbeiter-Information.
GM steht unter gewaltigem Druck. Die Deutsche Bank strich am Montag das Kursziel für die Aktie komplett auf Null und schickte das bereits massiv abgestürzte Papier auf noch rasantere Talfahrt. Der Titel brach an der US-Börse um 23 Prozent auf 3,36 Dollar ein. So tief stand die Aktie zuletzt im Jahr 1946.
Deutsche-Bank-Analyst Rod Lache schrieb in einer neuen Studie zu GM, ohne ein Einschreiten der US-Regierung sei der Autobauer wahrscheinlich nicht in der Lage, seinen Betrieb in den USA über den Dezember hinaus zu finanzieren. Selbst wenn GM einen Bankrott mit Hilfe des Staates abwenden könne, dürfte für die Aktionäre nichts übrig bleiben, begründete Lache sein neues Kursziel. GM hatte erst am Freitag gewarnt, ohne staatliche Hilfen womöglich bis zur Jahresmitte 2009 pleite zu sein. (nz/dpa/AP)