Staat soll Verluste ausgleichen: 

netzeitung.deUS-Autobauer bitten um Nachschlag

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Ford-Neuwagen stehen bei einem Händler in Kalifornien (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ford-Neuwagen stehen bei einem Händler in Kalifornien
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

25 Milliarden Dollar reichen nicht - die am Abgrund stehenden US-Autobauer wollen doppelt so viel. Wie schlecht es um die US-Branche bestellt ist, belegen die am Freitag vorgelegten Zahlen von Ford.

Die am Boden liegenden US-Autobauer fordern eine Verdoppelung der Staatshilfen. Die drei Hersteller General Motors (GM), Ford und Chrysler benötigten kurzfristig 50 Milliarden Dollar, berichteten US-Medien am Freitag. Erst am Mittwoch hatte die US-Regierung zinsgünstige Darlehen in Höhe von 25 Milliarden Dollar genehmigt. Das Geld sollte eigentlich den Konzern helfen, ihre Produktpalette auf verbrauchsärmere Autos umzustellen.

Bei einem Autogipfel in Washington hätten die Konzerne sowie die Gewerkschaft der Branchenbeschäftigten (UAW) am Donnerstagabend von Spitzenpolitikern rasche Hilfe in Höhe von 50 Milliarden Dollar erbeten, hieß es. Rund 25 Milliarden bräuchten die Hersteller, um zahlungsfähig zu bleiben, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Freitag. Noch einmal so viel Geld sei akut für Beiträge zur Krankenversicherung der Beschäftigten nötig. Das Kapital könne unter anderem durch zinsgünstige Notenbank-Kredite gewährt werden, hieß es.

Im Gegenzug hätten die Hersteller eine Beteiligung des Staates an den Konzernen angeboten, berichtete das «Wall Street Journal» unter Berufung auf Insider. Auch Politiker aus der Region um Detroit, dem Sitz der drei Autokonzerne, hatten die Regierung aufgefordert, die Hilfen aufzustocken. Politiker in Washington zeigen offenbar durchaus die Bereitschaft, den Konzern mehr Geld zur Verfügung zu stellen – allerdings müssten im Gegenzug die Anstrengungen verstärkt werden, so schnell wie möglich verbrauchsärmere Wagen zu entwickeln.

Ford: Fast ein Viertel weniger Umsatz
Am Freitag legen General Motors und Ford ihre jüngsten Quartalszahlen vor, die der US-Branche als Argumentationsgrundlage für den Ruf nach mehr Hilfen dienen. Die beiden Hersteller fahren immer tiefer in die Krise. Ford teilte bereits mit, dass man im dritten Quartal einen operativen Verlust nach Steuern von fast drei Milliarden Dollar geschrieben habe. Nur ein Einmaleffekt führte dazu, dass unter dem Strich der Quartalsverlust lediglich 129 Millionen Dollar betrug.

Der Umsatz brach demnach um 22 Prozent auf 31,1 Milliarden Dollar ein, der weltweite Absatz fiel um 21 Prozent auf 1,17 Millionen verkaufte Autos. Für die gesamte Autoindustrie seien das historisch schwere Zeiten, sagte Ford-Chef Alan Mulally. Der Konzern will seinen massiven Stellenabbau nun nochmals verschärfen und im Bereich der Angestellten weitere rund zehn Prozent der Jobs streichen. Damit stehen weitere 2600 Stellen vor dem Aus. In Deutschland stellt der Autobauer derzeit teilweise auf Kurzarbeit um.

Angesichts der Krise gibt es bei Ford immer wieder Insolvenzgerüchte, die der Konzern stets zurückweist. Allein im vergangenen Quartal verbrannte der Autohersteller 7,7 Milliarden Dollar seiner Kapitalreserven.
Auch Finanzspritzen in Europa
Die US-Autobauer leiden nicht nur unter der Finanzkrise und ihren Auswirkungen. Die gestiegenen Spritpreise hat bei den Amerikanern zu einem Umdenken geführt: Kleinere Autos, die weniger Benzin schlucken, sind angesagt – doch solche Modelle haben eher europäische und asiatische Hersteller im Programm als die nationalen Konzerne.

Europas Autoproduzenten beäugen die Staatshilfen in den USA kritisch. Angesichts der Krise hat aber auch die EU-Kommission der Autoindustrie günstige Kredite in Aussicht gestellt. In Deutschland will die Regierung über eine befristete Befreiung von der Kfz-Steuer den Kauf von Neuwagen – insbesondere von abgasärmeren Modellen – ankurbeln. (nz)