Erst Lehman, dann Island: 

netzeitung.deDie KfW findet jedes Fettnäpfchen

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Zentrale der KfW in Frankfurt (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Zentrale der KfW in Frankfurt
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die KfW macht keine gute Figur: Erst wirft sie der Pleite-Bank Lehman Millionen hinterher, und jetzt stellt sich heraus: Sie hat Unsummen in Island versenkt. Was hatte sie dort eigentlich verloren, fragt sich Sebastian Wolff .

Was den Umgang mit Steuergeldern angeht, hat die Staatsbank KfW - höflich ausgedrückt - nicht gerade ein glückliches Händchen bewiesen. Ja, wenn Hiobsbotschaften in der Finanzkrise vermeldet werden, ist eines sicher: Die KfW ist eine der betroffenen Banken.

Erst musste sie als Großaktionärin mit mehreren Milliarden für das Desaster der Mittelstandsbank IKB gerade stehen, die sich mit faulen US-Immobilienkrediten verspekuliert hatte. Dann schmiss sie der amerikanischen Pleite-Bank Lehman-Brothers noch am Tag ihrer Insolvenz über 300 Millionen Euro hinterher.

Und nun stellt sich heraus, dass die KfW auch noch 288 Millionen Euro bei drei isländischen Banken angelegt hat. Auch ein Großteil dieses Geldes dürfte verloren sein: Das Land steht vor dem Staatsbankrott.

Sicher, die KfW ist nicht die einzige deutsche Bank, die sich stark in Island engagiert hat. Viele deutsche Institute haben Ausschau nach lukrativeren Ertragsquellen gehalten, weil der Heimatmarkt so umkämpft ist und die Gewinnmargen entsprechend gering sind. Fündig sind sie unter anderem in Island geworden.

Doch die Frage muss schon gestattet sein, was eine staatliche deutsche Förderbank in Island zu suchen hat. Schließlich ist die KfW in erster Linie dazu da, den deutschen Mittelstand zu fördern und nicht in fernen Ländern nach hohen Renditen zu streben. Völlig unverständlich ist aber: Warum ist die KfW nicht wie andere Geldinstitute der Bankenaufsicht unterstellt, wenn sie schon solche riskanten Geschäfte betreiben darf?

Mit freundlicher Genehmigung übernommen aus der «Berliner Zeitung».