Abwärtstrend gestoppt: 

netzeitung.deTelekom-Mirakel: Umsatz sinkt, Gewinn steigt

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Chef-Sanierer: René Obermann (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Chef-Sanierer: René Obermann
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Es klingt wie ein Rätsel: Trotz eines Rückgangs beim Umsatz hat die Telekom höhere Gewinne eingefahren. Telekom-Chef Obermann kennt des Rätsels Lösung und will den eingeschlagenen Weg weitergehen.

Die Deutsche Telekom AG erzielt trotz sinkender Umsätze mehr Gewinn. Telekomchef René Obermann erklärte am Donnerstag in Bonn, in den vergangenen zwei Jahren sei es gelungen, «den sehr drastischen Abwärtstrend zu stoppen und die Ertragskraft des Unternehmens wieder zu erhöhen».

Wachstumstreiber war der Mobilfunk, vor allem in den USA und Osteuropa, aber auch das Geschäft mit DSL-Anschlüssen. Die Zahl der Beschäftigten sank im Inland binnen Jahresfrist um 10,7 Prozent oder 16.200. Insgesamt verringerte sich die Mitarbeiterzahl um fast fünf Prozent auf rund 230.000.

In den ersten neun Monaten des Jahres erzielte die Telekom einen Gewinn von 2,2 Milliarden Euro, 67,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Um Sondereinflüsse bei Abschreibungen und Steuern bereinigt legte der Konzernüberschuss um 17,1 Prozent auf knapp 2,6 Milliarden Euro zu. Der Umsatz sank dagegen um 2,5 Prozent auf 45,6 Milliarden Euro.

Obermann hob hervor, dass das Kostensenkungsprogramm der Telekom die Ertragskraft vor allem im Inland verbessert habe. Inzwischen seien Einsparungen von gut 3,5 Milliarden Euro erreicht. Das Ziel von 4,7 Milliarden Euro bis 2010 könne möglicherweise schon früher verwirklicht werden. Obermann bestätigte die Prognose für das laufende Jahr, die Erträge auf dem Niveau von 2007 vorsieht. Eine konkrete Finanzplanung für 2009 sei noch nicht vom Aufsichtsrat verabschiedet. Die Telekom erwarte aber trotz wahrscheinlich sehr schwieriger Rahmenbedingungen erneut unter dem Strich stabile Ergebnisse.

Anschlussverluste verlangsamt
Im dritten Quartal hat die Telekom ihren Gewinn mehr als verdreifacht. Der Überschuss stieg von 256 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 895 Millionen Euro. Bereinigt um Sondereinflüsse stieg der Gewinn um zwölf Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro. Der Umsatz sank um 1,5 Prozent auf fast 15,5 Milliarden Euro.

Obermann hob hervor, dass die Telekom ihren Anteil an den DSL-Neukunden auf 49 Prozent habe steigern und zunehmend Kunden von der Konkurrenz habe zurückgewinnen können. Die Anschlussverluste beim herkömmlichen Telefonanschluss haben sich zugleich verlangsamt. Ein Verlust von 574.000 Kunden bei Analog- und ISDN-Telefon bedeute den niedrigsten Wert im laufenden Jahr. Seit Jahresbeginn seien 1,8 Millionen Kunden abgewandert. Die Telekom werde somit möglicherweise etwas besser abschneiden als die bisher eingeplanten Verluste von 2,5 Millionen bis 3 Millionen Telefonkunden erwarten ließen.

T-Mobile-Chef geht
Unterdessen wurde bekannt, dass als Folge des Datendiebstahls bei T-Mobile der Deutschland-Chef Philipp Humm sein Amt als Sprecher der Geschäftsführung der Telekom-Tochter niederlegt. Unabhängig von der rechtlichen Beurteilung übernehme Humm «die Verantwortung für die jüngsten Datenvorfälle und deren Aufarbeitung bei der T-Mobile Deutschland», teilte das Unternehmen am Mittwoch in Bonn mit. Humm werde sich in Zukunft auf seine erweiterten Vertriebsaufgaben konzentrieren.

Der künftige Sprecher der Geschäftsführung solle für die Bereiche Recht, Datenschutz und Unternehmenssicherheit zuständig sein, aber nicht mehr zusätzlich für den Vertrieb. Durch die Auflösung der Doppelfunktion solle dem Thema Datenschutz eine höhere Aufmerksamkeit verliehen werden, hieß es. Der neue Sprecher solle möglichst zügig berufen werden. (AP/dpa)