Globale Krise in der Druckindustrie: 

netzeitung.deHeidelberger baut ein Achtel der Stellen ab

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Stellenabbau wegen Krise in der Druckindustrie (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Stellenabbau wegen Krise in der Druckindustrie
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Druckmaschinenhersteller rechnet mit einem anhaltendem Niedergang: Die Kunden erlösen weniger, da weniger Werbung geschaltet wird; zudem bekommen sie wegen der Finanzkrise schwerer an Kredite. Tausende Beschäftigte sollen gehen.

Der Druckmaschinen-Hersteller Heidelberger Druck rechnet mit einer lang anhaltenden Absatzkrise der Branche und weitet deshalb seine Sparanstrengungen drastisch aus. Das Unternehmen will nun fünf Mal so viele Arbeitsplätze abbauen wie bislang geplant. Selbst Kündigungen sind nicht mehr ausgeschlossen, um die anvisierten 2500 Stellen abzubauen.

Vorstandschef Bernhard Schreier begründete die einschneidenden Maßnahmen mit den Worten: «Die Branchenindikatoren verschlechtern sich beinahe täglich» Auch im kommenden Geschäftsjahr, das im März beginnt, sieht er keine Besserung der Lage. Insgesamt will Schreier nun 2500 der 19.800 Stellen streichen.
Vor allem deutsche Standorte betroffen
Die Hauptlast soll dabei die im Inland angesiedelte Produktion tragen. Schreier nannte betriebsbedingte Kündigungen «wahrscheinlich». Bislang hatte es geheißen, Kündigungen seien ausgeschlossen. Schon im November sollen die deutschen Mitarbeiter kurzarbeiten.

Bis zum übernächsten Geschäftsjahr will Schreier durch das neue Maßnahmenpaket die jährlichen Einsparungen auf 200 Millionen Euro verdoppeln. Bereits im kommenden Geschäftsjahr sollen 150 bis 180 Millionen Euro eingespart werden.

Vorstand rechnet mit Fehlbetrag in 2008
Allerdings führe der Umbau des Unternehmens zunächst zu Kosten von 130 bis 150 Millionen Euro, die großteils noch im laufenden Geschäftsjahr verbucht werden sollen. Schreier rechnet deshalb hier mit einem deutlichen Jahresfehlbetrag. Eine genaue Prognose, wie bislang versprochen, lehnte Schreier jetzt ab. Angesichts der unsicheren Lage könne er dies nicht verantworten, sagte Schreier.

Betroffen von dem Stellenabbau sind nun vor allem die beiden Hauptwerke Heidelberg und Wiesloch-Walldorf, wo zusammen 1400 Arbeitsplätze wegfallen sollen. In Amstetten sind es 350, in Brandenburg 150, an den anderen Standorten Kiel, Leipzig und Ludwigsburg soll sich der Jobabbau im zweistelligen Bereich bewegen. Der Standort Mönchengladbach hatte mit einer Verlagerung der Produktion ins Ausland schon in der ersten Sparrunde harte Einschnitte verkraften müssen.
Nicht mehr nur Krise in den USA
Ihren Ausgangspunkt hatte die jüngste Absatzkrise von Heidelberger Druck in den USA genommen. Mittlerweile sei aber das Geschäft auf der ganzen Welt betroffen, sagte Schreier. Die Firmen weltweit fahren ihre Werbung zurück und die Drucker verlieren massenhaft Aufträge. Hinzu kommt laut Schreier, dass viele Drucker keine Kredite mehr zur Finanzierung neuer Geräte bekommen. (dpa)