28.10.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Auch in den kommenden Wochen fallen ICE-Züge aus
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Kunden müssen noch mehrere Wochen mit Ersatzfahrplänen rechnen. «Wir sind mit der Situation alles andere als glücklich», sagte Vorstandsmitglied Rausch. Unterdessen unterstützte der Aufsichtsrat mögliche Schadenersatzforderungen gegen das Herstellerkonsortium.
Die Fahrgäste der Deutschen Bahn müssen sich im ICE-Verkehr voraussichtlich bis Mitte November auf Ersatzfahrpläne einstellen. Das teilte das Verkehrsunternehmen am Dienstag in Berlin mit. Die Bahn sah sich aus Sicherheitsgründen gezwungen, am Samstag fast ihre gesamte ICE-T-Flotte aus dem Verkehr zu ziehen. Deren Achsen werden nun auf Materialschäden überprüft, bevor die Züge wieder auf die Schiene kommen.
«Wir sind mit dieser Situation alles andere als glücklich, sehen jedoch aufgrund der nicht belastbaren Garantien der Industrie für den sicheren Einsatz der ICE-T-Fahrzeuge keine Alternative dazu», sagte Vorstandsmitglied Karl-Friedrich Rausch laut Mitteilung.
Besonders von Zugausfällen und Verspätungen betroffen sind Reisende auf der Route Hamburg-Berlin-Leipzig-Nürnberg-München, auf der normalerweise die ICE-Variante T mit Neigetechnik fährt. Zurzeit seien zwei Drittel der betroffenen Zugfahrten durch IC-Ersatzzüge oder bereits überprüfte ICE T bei teilweise reduziertem Platzangebot abgedeckt, hieß es bei der Bahn. Rund 90 Prozent des gesamten Fernverkehrs laufe nach Plan.
Brunnhuber für Klage gegen ProduzentenDerweil signalisierte der Bahn-Aufsichtsrat Unterstützung für Konzernchef Hartmut Mehdorn und dessen Überlegungen, wegen der Sicherheitsprobleme beim ICE Schadenersatzforderungen gegen das Hersteller-Konsortium prüfen zu lassen. «Wir sollten den Vorstand auffordern, Klage gegen die Produzenten einzureichen», sagte Aufsichtsratsmitglied Georg Brunnhuber der «Passauer Neuen Presse». «Jetzt ist der Punkt erreicht, an dem man mit Kulanz nichts mehr regeln kann», sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete weiter.
Zudem solle die Bahn grünes Licht erhalten, sich bei künftigen Neuanschaffungen «verstärkt im Ausland umzusehen, wenn es die deutschen Produzenten nicht auf die Reihe kriegen». Ein Bahn-Sprecher erklärte dazu, es sei noch zu früh, um sich in der Frage von Regressforderungen festzulegen, da bislang noch keine verwertbaren Ergebnisse vorlägen. (dpa/AP)