17.10.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Im Kommen: Computerchips von AMD.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der Chiphersteller AMD hat seine Anleger mit einer deutlichen Eingrenzung der Verluste im dritten Quartal überrascht. Die Börse jubelte - auch weil AMD trotz der Krise mit stabilen Umsätzen rechnet.
Der US-Chiphersteller Advanced Micro Devices (AMD) hat auf seinem Sanierungskurs einen überraschend großen Sprung gemacht und nähert sich der Gewinnschwelle. Der Konkurrent des weit größeren Marktführers Intel verringerte sein Minus im dritten Quartal auf 69 Millionen Dollar nach einem Verlust von 396 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Operativ lag AMD bereits im Plus. Der Umsatz stieg um 14 Prozent auf 1,78 Milliarden US-Dollar. Die Börse reagierte euphorisch.
«Wir sind auf Kurs zu dem Unternehmen, das wir sein wollen», sagte Konzernchef Dirk Meyer am Donnerstagabend in einer Telefonkonferenz. Meyer hatte das Ruder erst im Juli nach einem neuen Milliardenverlust übernommen.
Mit seinen Quartalszahlen übertraf AMD die Schätzungen von Analysten klar. Dies dämpfte auch Befürchtungen etwas, die Branche könnte in Folge der Finanzkrise vor einer steilen Talfahrt stehen.
Aktie steigtDie Aktie kletterte im nachbörslichen Handel um mehr als zehn Prozent. Bereits im Tagesverlauf hatte sie um 5,4 Prozent auf 4,12 Dollar zugelegt. Im Zuge seiner Krise verlor das Unternehmen jedoch binnen Jahresfrist 70 Prozent seines Börsenwerts.
AMD gliedert die Chip-Fertigung gerade in eine eigene Gesellschaft aus. Das Emirat Abu Dhabi kommt mit einer Milliardenspritze als neuer Mehrheitseigner der Produktion an Bord. Mit dem Geld soll auch die Produktion in Dresden, einer der AMD-Hauptstandorte, ausgebaut werden. Durch die Abspaltung will AMD Kosten sparen und flexibler werden.
Konkurrenz mit IntelOperativ erzielte der Hersteller im dritten Quartal einen Gewinn von 131 Millionen Dollar nach 181 Millionen Verlust ein Jahr zuvor. Die Bruttomarge, ein wichtiger Gradmesser der Branche, stieg von 41 auf 51 Prozent. Damit ist AMD aber noch einige Punkte vom Konkurrenten entfernt: Intel schaffte im abgelaufenen Quartal eine Bruttomarge von 59 Prozent.
Der Marktführer hatte erst am Mittwoch für das dritte Quartal einen starken Gewinnsprung verkündet. Auf den Rest des Jahres blickt Intel wegen der Auswirkungen der Finanzkrise aber mit gemischten Gefühlen. Doch auch AMD-Chef Meyer äußerte sich mit Blick auf die unsichere Wirtschaftslage vorsichtig zu den Erwartungen für das vierte Quartal.
Für das Schlussquartal erwartet AMD einen Umsatz etwa auf der Höhe der vergangenen drei Monaten, allerdings ohne zum großen Teil einmalige Lizenzumsätze von zuletzt 191 Millionen Dollar. AMD liegt mit Intel in erbitterten Wettbewerb-Streitigkeiten. Auch die EU-Kommission wirft Intel vor, der Konzern habe AMD mit unerlaubten Methoden vom Markt drängen wollen. (dpa/AP)