Handel pessimistisch:
Angst vor einem schwachen Weihnachtsgeschäft
Auch der Handelsexperte der Unternehmensberatung A.T. Kearney, Mirko Warschun, glaubt: «Es wird das schwierigste Weihnachtsgeschäft seit Jahren». Doch werde das schwierige Weihnachtsgeschäft nicht alle Unternehmen in gleichem Maße treffen. Profitieren können von der Krise nach Einschätzung des Experten vor allem die Discounter, egal ob sie mit Lebensmitteln handeln wie Aldi und Lidl, oder ob sie in der Textilsparte aktiv sind wie Kik oder Takko.
Doch nicht alle Einzelhändler wollen die Hoffnung auf ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft schon aufgeben. Der Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels, Hubertus Pellengahr, betonte, bislang spüre der Einzelhandel noch keine Beeinträchtigungen durch die Finanzkrise.
«Der Einzelhandel bewegt sich ohnehin auf sehr niedrigem Niveau. Die Verbraucher üben ohnehin ein gewisses Maß an Konsumzurückhaltung. Die ist aber nicht größer geworden», meinte er. Der Handel blicke deshalb durchaus mit vorsichtiger Zuversicht dem Weihnachtsgeschäft entgegen.
Schließlich gebe es trotz Finanzkrise auch positive Entwicklungen, betonte Pellengahr. Der Preisauftrieb habe sich wieder verlangsamt und die Beschäftigtenzahlen seien zuletzt weiter gewachsen. Und auch beim angeschlagenen Essener Handelskonzern Arcandor (Thomas Cook, Karstadt, Quelle) ist man demonstrativ optimistisch. Konzernsprecher Gerd Koslowski betont: «Die Geschäfte laufen im Moment gut. Und wir hoffen, dass es so bleibt, auch ins Weihnachtsgeschäft hinein», sagt er. Gerade für Arcandor wäre ein gutes Weihnachtsgeschäft wohl besonders wichtig. Denn nur unter großen Mühen hatte Arcandor zuletzt die Hausbanken zu einer Verlängerung der Kreditlinien bewegen können. (AP)
