Außerdem würden Ketten, die im Aufschwung besonders erfolgreich gewesen seien, wohl auch in der Krise besser abschneiden. Zu diesen potenziellen Gewinnern zählt Warschun etwa die Kosmetikkette Douglas und die Textilhandelsketten H&M, Zara oder C&A. Gleichzeitig werde die Krise die Marktbereinigung beschleunigen, ist der Experte überzeugt - nicht nur weil die Kunden weniger Geld ausgeben, sondern auch weil es für schwache Konzerne immer schwieriger werde, bei Banken oder Lieferanten den notwendigen Kredit zu erhalten.Doch nicht alle Einzelhändler wollen die Hoffnung auf ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft schon aufgeben. Der Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels, Hubertus Pellengahr, betonte, bislang spüre der Einzelhandel noch keine Beeinträchtigungen durch die Finanzkrise.
«Der Einzelhandel bewegt sich ohnehin auf sehr niedrigem Niveau. Die Verbraucher üben ohnehin ein gewisses Maß an Konsumzurückhaltung. Die ist aber nicht größer geworden», meinte er. Der Handel blicke deshalb durchaus mit vorsichtiger Zuversicht dem Weihnachtsgeschäft entgegen.
Schließlich gebe es trotz Finanzkrise auch positive Entwicklungen, betonte Pellengahr. Der Preisauftrieb habe sich wieder verlangsamt und die Beschäftigtenzahlen seien zuletzt weiter gewachsen. Und auch beim angeschlagenen Essener Handelskonzern Arcandor (Thomas Cook, Karstadt, Quelle) ist man demonstrativ optimistisch. Konzernsprecher Gerd Koslowski betont: «Die Geschäfte laufen im Moment gut. Und wir hoffen, dass es so bleibt, auch ins Weihnachtsgeschäft hinein», sagt er. Gerade für Arcandor wäre ein gutes Weihnachtsgeschäft wohl besonders wichtig. Denn nur unter großen Mühen hatte Arcandor zuletzt die Hausbanken zu einer Verlängerung der Kreditlinien bewegen können. (AP)