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Handel pessimistisch: 

Angst vor einem schwachen Weihnachtsgeschäft

15. Okt 2008 21:18
Wie teure Geschenke werden dieses Jahr eingepackt?
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Wird sich der Verbraucher von der Finanzkrise beeindrucken lassen und weniger Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben? Das glauben einige Chefs von Einzelhandelsunternehmen – aber haben auch schon Gewinner ausgemacht.

Der Einzelhandel bangt um das wichtige Weihnachtsgeschäft. «Die Finanzkrise wird drastische Konsequenzen haben», warnte der Chef des Mülheimer Handelskonzerns Tengelmann (Plus, Kik, OBI), Karl-Ervian Haub am Mittwoch in Mülheim an der Ruhr die eigene Branche. Dem Handel drohe angesichts der wachsenden Verunsicherung der Verbraucher «das schwächste Weihnachtsgeschäft, das wir uns vorstellen können».

Der Handel werde über Jahre unter den Nachwirkungen der Krise leiden, prognostizierte der Branchenkenner. Viele finanzschwache Handelsketten würden die Krise nicht überleben. «Wir gehen davon aus, dass noch viele Wettbewerber angesichts der schwierigen Zeiten, die Segel streichen müssen», sagte Haub.

Auch Modehändler erwarten Umsatzeinbußen

Der milliardenschwere Unternehmer steht mit seiner Einschätzung nicht allein. Fast alle Modehändler in Deutschland machen sich nach einer Umfrage der Fachzeitschrift «TextilWirtschaft» auf schwierige Zeiten gefasst. Rund 91 Prozent der Händler gehen danach davon aus, dass sich die Konsumstimmung in den kommenden Monaten eintrüben wird. Mehr als die Hälfte spüren nach eigenen Angaben bereits erste Auswirkungen der Krise.

Auch der Handelsexperte der Unternehmensberatung A.T. Kearney, Mirko Warschun, glaubt: «Es wird das schwierigste Weihnachtsgeschäft seit Jahren». Doch werde das schwierige Weihnachtsgeschäft nicht alle Unternehmen in gleichem Maße treffen. Profitieren können von der Krise nach Einschätzung des Experten vor allem die Discounter, egal ob sie mit Lebensmitteln handeln wie Aldi und Lidl, oder ob sie in der Textilsparte aktiv sind wie Kik oder Takko.

Harte Zeiten für finanzschwache Unternehmen

Außerdem würden Ketten, die im Aufschwung besonders erfolgreich gewesen seien, wohl auch in der Krise besser abschneiden. Zu diesen potenziellen Gewinnern zählt Warschun etwa die Kosmetikkette Douglas und die Textilhandelsketten H&M, Zara oder C&A. Gleichzeitig werde die Krise die Marktbereinigung beschleunigen, ist der Experte überzeugt - nicht nur weil die Kunden weniger Geld ausgeben, sondern auch weil es für schwache Konzerne immer schwieriger werde, bei Banken oder Lieferanten den notwendigen Kredit zu erhalten.

Doch nicht alle Einzelhändler wollen die Hoffnung auf ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft schon aufgeben. Der Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels, Hubertus Pellengahr, betonte, bislang spüre der Einzelhandel noch keine Beeinträchtigungen durch die Finanzkrise.

«Der Einzelhandel bewegt sich ohnehin auf sehr niedrigem Niveau. Die Verbraucher üben ohnehin ein gewisses Maß an Konsumzurückhaltung. Die ist aber nicht größer geworden», meinte er. Der Handel blicke deshalb durchaus mit vorsichtiger Zuversicht dem Weihnachtsgeschäft entgegen.

Schließlich gebe es trotz Finanzkrise auch positive Entwicklungen, betonte Pellengahr. Der Preisauftrieb habe sich wieder verlangsamt und die Beschäftigtenzahlen seien zuletzt weiter gewachsen. Und auch beim angeschlagenen Essener Handelskonzern Arcandor (Thomas Cook, Karstadt, Quelle) ist man demonstrativ optimistisch. Konzernsprecher Gerd Koslowski betont: «Die Geschäfte laufen im Moment gut. Und wir hoffen, dass es so bleibt, auch ins Weihnachtsgeschäft hinein», sagt er. Gerade für Arcandor wäre ein gutes Weihnachtsgeschäft wohl besonders wichtig. Denn nur unter großen Mühen hatte Arcandor zuletzt die Hausbanken zu einer Verlängerung der Kreditlinien bewegen können. (AP)

 
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