Gewinnsprung im dritten Quartal: 

netzeitung.deIntel beruhigt mit vorsichtigem Optimismus

 Herausgeber: netzeitung.de

Firmenschild vor der Intel-Zentrale (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Firmenschild vor der Intel-Zentrale
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Zwar schob Konzernchef Otellini noch hinterher, dass die Auswirkungen der Finanzkrise schwer abzuschätzen seien. Doch die Anleger erfreuten sich an guten Quartalszahlen und einem doch nicht so schlimmen Ausblick.

Der weltgrößte Computerchip-Hersteller Intel hat trotz eines kräftigen Gewinnsprungs im dritten Quartal gemischte Gefühle für den Rest des Jahres. Die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Nachfrage seien schwer abzuschätzen, warnte Konzernchef Paul Otellini am Dienstag nach US-Börsenschluss. Intel werde aber besser abschneiden als die Wettbewerber.

Die Aktie reagierte nachbörslich mit deutlichen Kursgewinnen. Intel hatte im dritten Quartal den Gewinn deutlich gesteigert und dmait die Markterwartungen leicht übertroffen. Der Überschuss stieg um zwölf Prozent auf 2,0 Milliarden Dollar, wie der Konzern in Santa Clara (Kalifornien) mitteilte.

Der Umsatz erhöhte sich zum Vorjahr um lediglich gut ein Prozent auf 10,2 Milliarden Dollar. Die Erlöse legten außer in Amerika überall zu, in Europa etwa um gut drei Prozent. Mehr als die Hälfte seiner Umsätze erzielt Intel in Asien.

Erleichterung über Ausblick
Für das Schlussquartal rechnet der Konzern mit einem Umsatz zwischen 10,1 und 10,9 Milliarden Dollar. Die Bruttomarge, ein wesentlicher Gradmesser für Experten, soll wie im dritten Quartal bei ungefähr 59 Prozent liegen und damit über Intels Ziel von etwa 57 Prozent. Das Abschneiden des Chip-Riesen gilt als wichtige Orientierung für die Aussichten der gesamten Technologiebranche in der eben gestarteten Berichtssaison.

Einige Experten hatten wegen der Folgen der Finanzkrise bei Intel deutlich schlechte Geschäftserwartungen befürchtet. Die Anleger waren daher erleichtert und schickten die Aktie nachbörslich mit mehr als 4,5 Prozent ins Plus. Im Tagesverlauf hatte sie zuvor noch um 6,2 Prozent auf 15,93 Dollar verloren. Seit Jahresbeginn büßte Intel fast 40 Prozent seines Börsenwerts ein.

Weniger Chips für Desktop-PC verkauft
Intels weit kleinerer Rivale AMD kämpft mit Verlusten und legt an diesem Donnerstag Quartalszahlen vor. Die EU-Kommission wirft Intel vor, der Konzern habe AMD mit unerlaubten Methoden vom Markt drängen wollen. Weil die Prozessoren von Intel in etwa 80 Prozent aller PCs und Server eingebaut werden, gilt das Ergebnis von Intel als wichtiger Konjunkturindikator für die gesamte IT-Branche.

Die entscheidenden Impulse gehen bei Intel von Chips für mobile Digitalgeräte aus. Deren Umsatz stieg im dritten Quartal binnen Jahresfrist um 20 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar. Der Absatz von Chips für Desktop-Computer und Server ging hingegen um ein Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar zurück. (dpa/AP)