13. Okt 2008 16:08
In schöner Regelmäßigkeit werden bei der deutschen Telekom derzeit Datenpannen bekannt. Ein Aufsichtsrat der Tochter T-Mobile hält die Zustände für derart unprofessionell, dass er nun ganz oben personelle Konsequenzen fordert.
Ein Telekom-Sprecher wies die öffentliche Schelte am Montag zurück. Es wäre sicherlich hilfreicher, mit konstruktiven Vorschlägen an dem Problem zu arbeiten. Es lasse ihn etwas ratlos zurück, dass Wilhelm dermaßen öffentlich auf das Unternehmen einschlage, sagte der Sprecher. Die Telekom hatte am Wochenende kurz nach der Ankündigung neuer Standards beim Datenschutz ein neues Sicherheitsleck einräumen müssen. Bis zum Donnerstag konnten persönliche Informationen von 30 Millionen Handy-Kunden mit jedem beliebigen Internet-Computer eingesehen und verändert werden, wie der «Spiegel» berichtete. Die Telekom teilte mit, der illegale Zugriff mit gestohlenen Passwörtern auf die Vertriebsdatenbank von T-Mobile sei seit Donnerstagnacht nicht mehr möglich. Eigenen Angaben zufolge wurde ein Verfahren eingeführt, das mit einer Transaktionsnummer (Tan) Eingriffe von Unbefugten ausschließe und Teil des am Freitag vorgestellten Maßnahmenpakets für Datenschutz ist.
«Die Sicherheitslücke ist damit geschlossen», sagte der Sprecher. Sollten Verbraucher von Werbeanrufen oder Werbe-SMS belästigt werden, könnten sie jederzeit die Nummer wechseln. Laut Aufsichtsrat Wilhelm ist die Konzernführung, namentlich T-Home Vorstand Timotheus Höttges, für die Strukturprobleme verantwortlich. «Höttges muss die Verantwortung übernehmen», betonte er und fügte hinzu: «Es ist unverantwortlich, dass keiner etwas zu der Sache sagt.» Telekom-Chef Obermann erwecke den Eindruck als seien Mitarbeiter an dem Desaster schuld, die «besser geschult» werden müssten. Zudem beklagte Wilhelm dem Zeitungsbericht zufolge, dass der Aufsichtsrat über die Datenpannen regelmäßig «komplett im Dunkeln gelassen» werde. Wilhelm forderte angesichts der Datenpannen auch ein Eingreifen der Telekom-Eigentümer: «Als Haupteigentümer haben das Bundesfinanzministerium und die Kreditanstalt für Wiederaufbau eine Verpflichtung einzugreifen, bei solch gravierenden Auswirkungen auf das Unternehmen.»