13.10.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Der Deutsche Aktienindex stieg zum Wochenstart deutlich
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Sarkozy bringt Rettungsplan auf den Weg +++ Auch Ölpreis steigt wieder +++ Müller fordert Begrenzung der Rettungs-Risiken +++ Dax reagiert positiv auf Rettungspaket +++ DGB-Chef fordert Konjunkturprogramm Morgan Stanley bekommt japanische Milliarden Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat vom japanischen Finanzkonzern Mitsubishi UFJ eine dringend benötigte Kapitalspritze in Höhe von neun Milliarden Dollar (6,7 Milliarden Euro) erhalten. Morgan Stanleys Aktien schnellten nach Abschluss des Deals am Montag zeitweise um 41 Prozent auf 13,65 Dollar in die Höhe. In der vergangenen Woche hatte die Bank nach Spekulationen über ihren Zusammenbruch 60 Prozent an Wert eingebüßt. Der japanische Finanzkonzern hält damit 21 Prozent an Morgan Stanley. Mitsubishi erhält für die Milliardeninvestition Vorzugsaktien, die dem Unternehmen eine Dividende von zehn Prozent garantieren. Der Deal wurde einen Tag früher abgeschlossen als zunächst angenommen. Nach den drastischen Kursverlusten der vergangenen Woche musste Morgan Stanley das Angebot nachbessern und den Japanern auf alle Aktien eine Garantiedividende gewähren. Ursprünglich sollte dies nur für Aktien im Wert von sechs Milliarden Dollar (4,8 Milliarden Euro) gelten. Unterdessen teilte Credit Suisse (CS) in Zürich mit, Morgan Stanley halte seit der vergangenen Woche eine Beteiligung von 6,87 Prozent an der Schweizer Großbank. Die Beteiligung wird demnach über mehrere Tochtergesellschaften von Morgan Stanley in Namenaktien und in Derivaten der Credit Suisse gehalten. Das Überschreiten der meldepflichtigen Schwelle von fünf Prozent sei der CS am 7. Oktober mitgeteilt worden. Weitere Auskünfte zum Entstehen der Beteiligung waren bei der CS nicht erhältlich. Die Aktien der Credit Suisse waren am Montag um 27,9 Prozent to 43,82 Franken gestiegen. US-Regierung sieht Fortschritte Die US-Regierung hat nach eigenen Angaben bereits große Fortschritte für eine rasche Umsetzung des 700 Milliarden Dollar schweren Rettungspakts gemacht. Ranghohe Vertreter des Finanzministeriums und der Zentralbank sollten schon am Montag erstmals mit Vorständen der US-Banken zusammentreffen, um das Vorgehen des Rettungsfonds zu besprechen, erklärte die die Sprecherin des Finanzministeriums, Brookly McLaughlin. Am Montag wurde ein vorläufiges Managementteam zur Verwaltung des Rettungspakets benannt, eine Beraterfirma engagiert und die Oberaufsicht über das Programm Notenbankchef Ben Bernanke anvertraut. Zudem seien Organisationsfragen geklärt worden, und die Erörterungen rechtlicher Fragen komme gut voran, hieß es in Washington. Die Regierung werde von sechs spezialisierten Kanzleien beraten, um die strittigen juristische Fragen zu klären. Dabei geht es unter anderem darum, zu welchen Modalitäten Banken faule Wertpapiere abgekauft werden sollen und wie der Einstieg des Staats ins Kapital einzelner Banken geregelt werden soll. Der vorläufige Chef des Rettungsfonds im Finanzministerium, Neel Kaskhari, erklärte, die entsprechenden Richtlinien würden derzeit ausgearbeitet. (AP) Dax schließt mit Rekord-Anstieg Euro steigt Der Euro hat sich im Zuge des milliardenschweren Rettungspaketes für die Finanzbranche in Europa am Montag etwas von den Kursverlusten der Vorwoche erholt. Die europäische Gemeinschaftswährung kletterte zeitweise deutlich über die Marke von 1,36 US-Dollar. Bis zum späten Nachmittag gab der Euro mit 1,3596 Dollar aber einen Teil seiner Gewinne wieder ab. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,3639 (Freitag: 1,3579) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete 0,7332 (0,7364) Euro. (dpa) Morgan Stanley bekommt Geld aus Japan Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat doch noch die lebenswichtige Kapitalspritze von neun Milliarden Dollar aus Japan bekommen. Morgan Stanley und die japanische Großbank Mitsubishi UFJ gaben am Montag den Abschluss des Geschäfts bekannt. Nach einem dramatischen Absturz der Morgan-Stanley-Aktie galt der im September vereinbarte Einstieg der Japaner als gefährdet: Sie kaufen sich für neun Milliarden Dollar mit 21 Prozent ein, während die gesamte Investmentbank an der Börse am Freitag nur noch mit 10,3 Milliarden Dollar bewertet worden war. (dpa) Länder wollen nicht mitretten Dow Jones springt vor Freude Kurz nach Eröffnung der Wall Street am Montag in New York ist der Dow Jones Index um 400 Punkte gestiegen. Mit kräftigen Gewinnen hatten bereits die Börsen von Europa bis Asien auf die Rettungspläne für die schwer gebeutelten Finanzmärkte reagiert. (AP) Frankreich bringt Sanierungsplan auf den Weg Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy will die Maßnahmen des Sanierungsplans, der beim Pariser Gipfel abgestimmt worden war, noch in dieser Woche beschließen lassen. Wie Deutschland und andere Euro-Staaten plant Frankreich, das Kreditgeschäft der Banken untereinander wieder in Gang zu bringen. Eine Institution soll gegründet werden, um mit Garantie des Staates -also billig -Geld auf dem Markt aufzunehmen und den Banken zur Verfügung zu stellen. Die Banken können für das Geld Wertpapiere als Sicherheit geben, die von der Europäischen Zentralbank nicht akzeptiert werden. Das kostet den Staat weniger als eine Rundum-Garantie für die Kreditgeschäfte der Banken untereinander und könnte am Ende sogar Erträge abwerfen. Eine neue Gesellschaft für Staatsbeteiligungen (SPPE) soll das Eigenkapital notleidender Institute stärken. Sie wird als erstes wie vereinbart 5,7 Prozent an der französisch-belgischen Bank Dexia übernehmen. Die SPPE könnte auch das Kapital von Banken stärken, indem sie Wandelanleihen erwirbt, die erst später in Aktien getauscht werden können, aber nicht müssen. Die Nationalversammlung soll am Mittwoch über die nötigen gesetzlichen Regelungen beraten, der Senat am Donnerstag. Noch vor dem Wochenende soll das Paket im Schnellverfahren beschlossen sein. Budgetminister Éric Woerth versicherte im Rundfunk, der Staat werde das Defizit nicht ausufern lassen, sondern Kredite aufnehmen. (dpa) Einmaliger Kraftakt: Das Rettungspaket steht Auch Ölpreis steigt wieder Der Ölpreis ist nach der Ankündigung milliardenschwerer Rettungspakete europäischer Länder für die Finanzbranche wieder gestiegen. Im Computerhandel in Asien kostete ein Barrel (159 Liter) am Montag 80,46 Dollar. Damit bricht der Ölpreis den Abwärtstrend der letzten Woche, nachdem am Freitag mit etwa 78 Dollar pro Barrel der tiefste Stand seit 13 Monaten erreicht worden war. Gegenüber dem Rekordpreis des 11. Juli mit 147,27 Dollar ist der Ölpreis um 45 Prozent gefallen. (AP) Müller fordert Begrenzung der Rettungs-Risiken Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) fordert eine Begrenzung finanzieller Risiken des geplanten Rettungspakets für die deutschen Banken. «Banken, die sich im Markt schlecht verhalten haben, müssen dafür gerade stehen», sagte Müller am Montag vor einer Sitzung des CDU-Präsidiums in Berlin. Deshalb müssten die Bedingungen für eine Rückzahlung geklärt werden. Baden-Württembergs Regierungschef Günther Oettinger (CDU) will trotz der Belastungen an einer staatlichen Schuldenbremse festhalten. «Eine Schuldengrenze ist unverändert oder gerade jetzt für die Zukunft notwendig.» Oettinger sagte, er halte das Paket zum jetzigen Zeitpunkt für sachgerecht, betonte aber: «Von Sparen kann keine Rede sein.» Er ließ offen, ob der Bund am Ziel eines Haushalts 2011 ohne neue Schulden festhalten kann. Der nordrhein-westfälische Regierungschef Jürgen Rüttgers sprach von einem Durchbruch. Der CDU-Vize schloss Auswirkungen der Krise auf Unternehmen nicht aus. Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff zeigte sich zuversichtlich: «Ich denke, dass, wenn Vertrauen wiederhergestellt wird, ein Übergreifen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft vermieden werden kann.» (dpa) Britische Regierung steigt bei drei Großbanken ein Die britische Regierung steigt bei drei Großbanken des Landes ein. Die Institute erhalten bis zu 37 Milliarden Pfund vom Staat. Wie die Royal Bank of Scotland Group am Montag mitteilte, kauft die Regierung für 5 Milliarden Pfund Vorzugsaktien des Instituts und zeichnet für weitere Aktien im Wert von 15 Milliarden Pfund. Weitere 17 Milliarden Pfund erhalten Lloyds TSB Group und HBOS, die vor einer Fusion stehen. Barclays kündigte eine Kapitalerhöhung um mindestens 6,5 Milliarden Pfund (8,2 Milliarden Euro) ohne Regierungshilfe an. Die britische Regierung hatte vergangene Woche angekündigt, acht der größten britischen Banken teilweise zu verstaatlichen, um die Stabilität auf dem Finanzmarkt wiederherzustellen. Betroffen sind Abbey, Barclays, HBOS, HSBC, Lloyds TSB, Nationwide Building Society, Royal Bank of Scotland und Standard Chartered. (AP) Dax reagiert positiv auf Rettungspaket Mit einem Kursfeuerwerk haben die Börsen in Europa am Montagmorgen die Rettungspläne für die schwer gebeutelten Finanzmärkte begrüßt. Der Deutsche Aktienindex (Dax) schnellte um gut 6 Prozent nach oben, auch in London, Paris und Zürich gab es zum Handelsbeginn kräftige Kursgewinne. «Erholung nach dem Blutbad», überschrieb die Schweizer Bank Vontobel ihren morgendlichen Marktkommentar. Der Dax legte nach dem Absturz vom Freitag von fast 7 Prozent am Montag zunächst in einer Größenordnung von 6 Prozent zu und notierte bei 4827 Punkten. Ein zweistelliges Plus verbuchten die Finanztitel Hypo Real Estate, Commerzbank und Deutsche Bank. Der Swiss Market Index (SMI) verbesserte sich in den ersten Handelsminuten um 6,4 Prozent auf 5689 Punkte, auch dort gehörten die Finanzwerte zu den Gewinnern. Credit Suisse schossen um 19,7 Prozent in die Höhe. Swiss Re verbesserten sich um 14,2 Prozent. Für Julius Bär wurden 11,6 Prozent mehr als am letzten Freitag notiert. UBS eröffneten mit einem Kursgewinn von 10,9 Prozent. Marktbeobachter warnten vor aber Euphorie. Es bleibe abzuwarten, wie nachhaltig die beschlossenen Maßnahmen der Regierungen der Eurozone seien, schrieb die Bank Vontobel. Die Zürcher Kantonalbank rechnete vorerst mit einem Anhalten der nervösen Börsenstimmung. In Russland öffneten die Börsen am Montag erstmals wieder, nachdem der Handel dort in der vergangenen Woche ausgesetzt worden war. (AP) DGB-Chef fordert Konjunkturprogramm DGB-Chef Michael Sommer hat die Bundesregierung aufgefordert, mit einem milliardenschweren Investitionsprogramm gegen die drohende Rezession vorzugehen. «Die Regierung muss jetzt die richtigen Hebel in Bewegung setzen, damit der Schaden begrenzt wird», sagte Sommer im Interview mit dem «Tagesspiegel». Ein gezielt eingesetztes öffentliches Investitionsprogramm zum Ausbau von Infrastruktur und Bildung in Höhe von mindestens 25 Milliarden Euro sei «dringend und zwingend nötig». Das Ziel des Bundes, bis 2011 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen, muss nach Meinung Sommers zurückstehen. (nz) Asiatische Aktienkurse steigen Deutschland will Banken «massiv» verändern
Morgan Stanley bekommt japanische MilliardenDie US-Investmentbank Morgan Stanley hat vom japanischen Finanzkonzern Mitsubishi UFJ eine dringend benötigte Kapitalspritze in Höhe von neun Milliarden Dollar (6,7 Milliarden Euro) erhalten. Morgan Stanleys Aktien schnellten nach Abschluss des Deals am Montag zeitweise um 41 Prozent auf 13,65 Dollar in die Höhe. In der vergangenen Woche hatte die Bank nach Spekulationen über ihren Zusammenbruch 60 Prozent an Wert eingebüßt. Der japanische Finanzkonzern hält damit 21 Prozent an Morgan Stanley. Mitsubishi erhält für die Milliardeninvestition Vorzugsaktien, die dem Unternehmen eine Dividende von zehn Prozent garantieren. Der Deal wurde einen Tag früher abgeschlossen als zunächst angenommen. Nach den drastischen Kursverlusten der vergangenen Woche musste Morgan Stanley das Angebot nachbessern und den Japanern auf alle Aktien eine Garantiedividende gewähren. Ursprünglich sollte dies nur für Aktien im Wert von sechs Milliarden Dollar (4,8 Milliarden Euro) gelten.
Unterdessen teilte Credit Suisse (CS) in Zürich mit, Morgan Stanley halte seit der vergangenen Woche eine Beteiligung von 6,87 Prozent an der Schweizer Großbank. Die Beteiligung wird demnach über mehrere Tochtergesellschaften von Morgan Stanley in Namenaktien und in Derivaten der Credit Suisse gehalten. Das Überschreiten der meldepflichtigen Schwelle von fünf Prozent sei der CS am 7. Oktober mitgeteilt worden. Weitere Auskünfte zum Entstehen der Beteiligung waren bei der CS nicht erhältlich. Die Aktien der Credit Suisse waren am Montag um 27,9 Prozent to 43,82 Franken gestiegen.
US-Regierung sieht FortschritteDie US-Regierung hat nach eigenen Angaben bereits große Fortschritte für eine rasche Umsetzung des 700 Milliarden Dollar schweren Rettungspakts gemacht. Ranghohe Vertreter des Finanzministeriums und der Zentralbank sollten schon am Montag erstmals mit Vorständen der US-Banken zusammentreffen, um das Vorgehen des Rettungsfonds zu besprechen, erklärte die die Sprecherin des Finanzministeriums, Brookly McLaughlin. Am Montag wurde ein vorläufiges Managementteam zur Verwaltung des Rettungspakets benannt, eine Beraterfirma engagiert und die Oberaufsicht über das Programm Notenbankchef Ben Bernanke anvertraut. Zudem seien Organisationsfragen geklärt worden, und die Erörterungen rechtlicher Fragen komme gut voran, hieß es in Washington.
Die Regierung werde von sechs spezialisierten Kanzleien beraten, um die strittigen juristische Fragen zu klären. Dabei geht es unter anderem darum, zu welchen Modalitäten Banken faule Wertpapiere abgekauft werden sollen und wie der Einstieg des Staats ins Kapital einzelner Banken geregelt werden soll. Der vorläufige Chef des Rettungsfonds im Finanzministerium, Neel Kaskhari, erklärte, die entsprechenden Richtlinien würden derzeit ausgearbeitet. (AP)
Dax schließt mit Rekord-AnstiegAnleger haben positiv auf das von der Bundesregierung beschlossene 500-Milliarden-Paket reagiert. Der Dax hat die 5000-Punkte-Marke wieder durchbrochen. Vor allem die Hypo Real Estate profitiert vom wachsenden Vertrauen der Anleger.
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Euro steigtDer Euro hat sich im Zuge des milliardenschweren Rettungspaketes für die Finanzbranche in Europa am Montag etwas von den Kursverlusten der Vorwoche erholt. Die europäische Gemeinschaftswährung kletterte zeitweise deutlich über die Marke von 1,36 US-Dollar. Bis zum späten Nachmittag gab der Euro mit 1,3596 Dollar aber einen Teil seiner Gewinne wieder ab. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,3639 (Freitag: 1,3579) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete 0,7332 (0,7364) Euro. (dpa)
Morgan Stanley bekommt Geld aus Japan Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat doch noch die lebenswichtige Kapitalspritze von neun Milliarden Dollar aus Japan bekommen. Morgan Stanley und die japanische Großbank Mitsubishi UFJ gaben am Montag den Abschluss des Geschäfts bekannt. Nach einem dramatischen Absturz der Morgan-Stanley-Aktie galt der im September vereinbarte Einstieg der Japaner als gefährdet: Sie kaufen sich für neun Milliarden Dollar mit 21 Prozent ein, während die gesamte Investmentbank an der Börse am Freitag nur noch mit 10,3 Milliarden Dollar bewertet worden war. (dpa)
Länder wollen nicht mitrettenMit Bundespräsident Köhler hat Kanzlerin Merkel das Rettungspaket für den Finanzmarkt bereits abgesprochen. Anders sieht es in den Bundesländern aus. Mehrere Länder stellen sich gegen ihre finanzielle Beteiligung.
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Dow Jones springt vor Freude
Kurz nach Eröffnung der Wall Street am Montag in New York ist der Dow Jones Index um 400 Punkte gestiegen. Mit kräftigen Gewinnen hatten bereits die Börsen von Europa bis Asien auf die Rettungspläne für die schwer gebeutelten Finanzmärkte reagiert. (AP)
Frankreich bringt Sanierungsplan auf den WegFrankreichs Präsident Nicolas Sarkozy will die Maßnahmen des Sanierungsplans, der beim Pariser Gipfel abgestimmt worden war, noch in dieser Woche beschließen lassen. Wie Deutschland und andere Euro-Staaten plant Frankreich, das Kreditgeschäft der Banken untereinander wieder in Gang zu bringen. Eine Institution soll gegründet werden, um mit Garantie des Staates also billig Geld auf dem Markt aufzunehmen und den Banken zur Verfügung zu stellen. Die Banken können für das Geld Wertpapiere als Sicherheit geben, die von der Europäischen Zentralbank nicht akzeptiert werden. Das kostet den Staat weniger als eine Rundum-Garantie für die Kreditgeschäfte der Banken untereinander und könnte am Ende sogar Erträge abwerfen.
Eine neue Gesellschaft für Staatsbeteiligungen (SPPE) soll das Eigenkapital notleidender Institute stärken. Sie wird als erstes wie vereinbart 5,7 Prozent an der französisch-belgischen Bank Dexia übernehmen. Die SPPE könnte auch das Kapital von Banken stärken, indem sie Wandelanleihen erwirbt, die erst später in Aktien getauscht werden können, aber nicht müssen. Die Nationalversammlung soll am Mittwoch über die nötigen gesetzlichen Regelungen beraten, der Senat am Donnerstag. Noch vor dem Wochenende soll das Paket im Schnellverfahren beschlossen sein. Budgetminister Éric Woerth versicherte im Rundfunk, der Staat werde das Defizit nicht ausufern lassen, sondern Kredite aufnehmen. (dpa)
Einmaliger Kraftakt: Das Rettungspaket stehtDas 470-Milliarden-Paket zur Stützung des deutschen Finanzsystems ist perfekt. Das Kabinett hat es gebilligt, nun muss das Parlament so schnell wie möglich zustimmen. Auch die Länder sollen sich beteiligen.
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Auch Ölpreis steigt wiederDer Ölpreis ist nach der Ankündigung milliardenschwerer Rettungspakete europäischer Länder für die Finanzbranche wieder gestiegen. Im Computerhandel in Asien kostete ein Barrel (159 Liter) am Montag 80,46 Dollar. Damit bricht der Ölpreis den Abwärtstrend der letzten Woche, nachdem am Freitag mit etwa 78 Dollar pro Barrel der tiefste Stand seit 13 Monaten erreicht worden war. Gegenüber dem Rekordpreis des 11. Juli mit 147,27 Dollar ist der Ölpreis um 45 Prozent gefallen. (AP)
Müller fordert Begrenzung der Rettungs-RisikenDer saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) fordert eine Begrenzung finanzieller Risiken des geplanten Rettungspakets für die deutschen Banken. «Banken, die sich im Markt schlecht verhalten haben, müssen dafür gerade stehen», sagte Müller am Montag vor einer Sitzung des CDU-Präsidiums in Berlin. Deshalb müssten die Bedingungen für eine Rückzahlung geklärt werden.
Baden-Württembergs Regierungschef Günther Oettinger (CDU) will trotz der Belastungen an einer staatlichen Schuldenbremse festhalten. «Eine Schuldengrenze ist unverändert oder gerade jetzt für die Zukunft notwendig.»
Oettinger sagte, er halte das Paket zum jetzigen Zeitpunkt für sachgerecht, betonte aber: «Von Sparen kann keine Rede sein.» Er ließ offen, ob der Bund am Ziel eines Haushalts 2011 ohne neue Schulden festhalten kann. Der nordrhein-westfälische Regierungschef Jürgen Rüttgers sprach von einem Durchbruch. Der CDU-Vize schloss Auswirkungen der Krise auf Unternehmen nicht aus. Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff zeigte sich zuversichtlich: «Ich denke, dass, wenn Vertrauen wiederhergestellt wird, ein Übergreifen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft vermieden werden kann.» (dpa)
Britische Regierung steigt bei drei Großbanken einDie britische Regierung steigt bei drei Großbanken des Landes ein. Die Institute erhalten bis zu 37 Milliarden Pfund vom Staat. Wie die Royal Bank of Scotland Group am Montag mitteilte, kauft die Regierung für 5 Milliarden Pfund Vorzugsaktien des Instituts und zeichnet für weitere Aktien im Wert von 15 Milliarden Pfund. Weitere 17 Milliarden Pfund erhalten Lloyds TSB Group und HBOS, die vor einer Fusion stehen. Barclays kündigte eine Kapitalerhöhung um mindestens 6,5 Milliarden Pfund (8,2 Milliarden Euro) ohne Regierungshilfe an. Die britische Regierung hatte vergangene Woche angekündigt, acht der größten britischen Banken teilweise zu verstaatlichen, um die Stabilität auf dem Finanzmarkt wiederherzustellen. Betroffen sind Abbey, Barclays, HBOS, HSBC, Lloyds TSB, Nationwide Building Society, Royal Bank of Scotland und Standard Chartered. (AP)
Dax reagiert positiv auf RettungspaketMit einem Kursfeuerwerk haben die Börsen in Europa am Montagmorgen die Rettungspläne für die schwer gebeutelten Finanzmärkte begrüßt. Der Deutsche Aktienindex (Dax) schnellte um gut 6 Prozent nach oben, auch in London, Paris und Zürich gab es zum Handelsbeginn kräftige Kursgewinne. «Erholung nach dem Blutbad», überschrieb die Schweizer Bank Vontobel ihren morgendlichen Marktkommentar. Der Dax legte nach dem Absturz vom Freitag von fast 7 Prozent am Montag zunächst in einer Größenordnung von 6 Prozent zu und notierte bei 4827 Punkten.
Ein zweistelliges Plus verbuchten die Finanztitel Hypo Real Estate, Commerzbank und Deutsche Bank. Der Swiss Market Index (SMI) verbesserte sich in den ersten Handelsminuten um 6,4 Prozent auf 5689 Punkte, auch dort gehörten die Finanzwerte zu den Gewinnern. Credit Suisse schossen um 19,7 Prozent in die Höhe. Swiss Re verbesserten sich um 14,2 Prozent. Für Julius Bär wurden 11,6 Prozent mehr als am letzten Freitag notiert. UBS eröffneten mit einem Kursgewinn von 10,9 Prozent.
Marktbeobachter warnten vor aber Euphorie. Es bleibe abzuwarten, wie nachhaltig die beschlossenen Maßnahmen der Regierungen der Eurozone seien, schrieb die Bank Vontobel. Die Zürcher Kantonalbank rechnete vorerst mit einem Anhalten der nervösen Börsenstimmung. In Russland öffneten die Börsen am Montag erstmals wieder, nachdem der Handel dort in der vergangenen Woche ausgesetzt worden war. (AP)
DGB-Chef fordert Konjunkturprogramm DGB-Chef Michael Sommer hat die Bundesregierung aufgefordert, mit einem milliardenschweren Investitionsprogramm gegen die drohende Rezession vorzugehen. «Die Regierung muss jetzt die richtigen Hebel in Bewegung setzen, damit der Schaden begrenzt wird», sagte Sommer im Interview mit dem «Tagesspiegel». Ein gezielt eingesetztes öffentliches Investitionsprogramm zum Ausbau von Infrastruktur und Bildung in Höhe von mindestens 25 Milliarden Euro sei «dringend und zwingend nötig». Das Ziel des Bundes, bis 2011 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen, muss nach Meinung Sommers
zurückstehen. (nz)
Asiatische Aktienkurse steigen Nach den dramatischen Einbrüchen der vergangenen Woche gab es am Montag unterschiedliche Vorgaben der Börsen in Asien: Positive Vorgaben bestimmten Sydney, Shanghai muss weitere Kursverluste hinnnehmen.
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Deutschland will Banken «massiv» verändernEs ist die größte Finanzrettung seit dem Zweiten Weltkrieg und soll im Eilverfahren die parlamentarischen Hürden nehmen: Nach dem EU-Krisengipfel in Paris reagiert die Bundesregierung damit kein Sparer «auch nur einen Euro verliert».
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